Die Stadt Görlitz.
Geographische Lage
Geschichte
Religion
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Musik
Regelmäßige Veranstaltungen
Kulinarische Spezialitäten
Bauwerke
Verkehr
Persönlichkeiten
Görlitz im Internet
Görlitz (polnisch Zgorzelec, obersorbisch Zhorjelc) ist die östlichste Stadt Deutschlands und liegt in der Oberlausitz an der Neiße, die hier seit 1945 die Grenze zu Polen bildet. Görlitz ist die sechstgrößte Stadt des Freistaates Sachsen. Der östlich der Neiße gelegene und wesentlich kleinere Teil der Stadt wurde durch die Grenzziehung in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg abgetrennt und bildet seitdem die eigenständige polnische Stadt Zgorzelec. Im Zuge der geplanten Funktional- und Kreisgebietsreform im Freistaat Sachsen wird Görlitz 2008 den Status einer kreisfreien Stadt verlieren. Da in der Region Oberlausitz-Niederschlesien keine Stadt allein die Ansprüche an ein Oberzentrum erfüllt, wurden Görlitz, Bautzen und Hoyerswerda von der sächsischen Landesplanung zu einem Oberzentralen Städteverbund zusammengeschlossen, der in Funktionsergänzung die Aufgaben eines Oberzentrums erfüllt. Die Stadt ist Sitz eines katholischen Bischofs. Görlitz blieb im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen fast völlig verschont, weswegen es 2007 mit 3500 größtenteils restaurierten Baudenkmälern eines der besterhaltenen historischen Stadtbilder in Deutschland aufweist. Die Stadt ist Mitglied der Euroregion Neiße und seit 1999 des Zipfelbundes.
Geographische Lage:
Görlitz liegt in der niederschlesischen Oberlausitz am westlichen Ufer der Neiße, die hier durch die Ausläufer des böhmisch-lausitzischen Grenzgebirges den Ostrand der Lausitzer Platte durchbricht. Die ehemaligen Stadtteile am rechten (östlichen) Flussufer bilden seit der Grenzziehung von 1945 zwischen Sowjetischer Besatzungszone und der Volksrepublik Polen beziehungsweise der endgültigen Festschreibung der Staatsgrenze 1990 die polnische Stadt Zgorzelec. Görlitz und Zgorzelec als polnische Schwesterstadt verstehen sich als eine Europastadt. Die höchste Erhebung des Görlitzer Stadtgebiets, die Landeskrone, liegt 420 m ü. NN, die niedrigste Stelle der Stadt befindet sich an der Neiße bei 185 m ü. NN. Der 15. Meridian östlicher Länge, an dem sich die Zeitzone der Mitteleuropäischen Zeit orientiert, durchquert die Stadt. Dies hat zur Folge, dass die Mitteleuropäische Zeit außerhalb der Sommerzeit mit der astronomischen Ortszeit von Görlitz übereinstimmt. Als nächstgrößere Städte findet man Cottbus etwa 80 km nordwestlich, Dresden etwa 90 km westlich und Legnica (deutsch Liegnitz), etwa 80 km östlich von Görlitz. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1949 durch die vielen Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten die Grenze von 100.000, wodurch Görlitz zur Großstadt wurde. Bis zum Jahre 1989 sank die Einwohnerzahl auf 75.000 ab. Dieser Trend setzte sich seither, auch wegen der Arbeitslage fort, so dass die Einwohnerzahl von Görlitz im Jahre 2006 bei etwa 57.000 (siehe Einwohnerentwicklung von Görlitz) lag.
Geschichte
Görlitz lag und liegt an einem alten Handels- und Jakobsweg, zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches hieß er Via Regia, jetzt Hohe Straße. Görlitz wurde 1071 erstmals als Ort erwähnt. König Johann von Luxemburg und Kaiser Karl IV. statteten es mit Münzrecht, Straßenrecht, Brau-, Salzgerechtigkeit und weiteren Rechten aus. Görlitz gehörte der Markgrafschaft Oberlausitz und darin dem Oberlausitzer Sechsstädtebund an. Ab 1520 wurde die Reformation eingeführt. 1547 war die Stadt vom Oberlausitzer Pönfall betroffen. Sie erlitt im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg, zuletzt während der Schlacht von Moys schwere Schäden. 1635 kam die Stadt zum Kurfürstentum Sachsen. Im 18. Jahrhundert wurde hier die „Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften“ gegründet, die später zur größten bürgerlichen Gesellschaft ihrer Art in Deutschland heranwuchs; ihre erlesenen Bestände sind erhalten und wurden nach 1945 in die dafür neu gegründete „Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften“ übertragen. Am 1. Juni 1816 wurde Görlitz im Gefolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses in die preußischen Provinz Schlesien eingegliedert. Dort wurde die Stadt Sitz des gleichnamigen Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Liegnitz.
Bereits am 1. September 1847 erhielt Görlitz einen Bahnanschluss nach Dresden und wurde über eine Zweigbahn mit Berlin und Breslau verbunden. Am 31. Dezember 1867 eröffnet die Berlin-Görlitzer Eisenbahn ihre Strecke vom Görlitzer Bahnhof in Berlin. Am 1. Juli 1873 wurde Görlitz ein eigener Stadtkreis, blieb aber weiterhin Sitz des Landkreises Görlitz. 1916 ließ sich in Görlitz das 4. griechische Armeekorps unter Oberst Chatzopoulos freiwillig internieren und knüpfte in der Folge auch familiäre Bindungen zur einheimischen Bevölkerung. Im Jahre 1944 errichtete die Waggon- und Maschinenbau AG in Görlitz ein Nebenlager des KZ Groß-Rosen. Im Februar 1945 wurden die circa 1400 Häftlinge für drei Wochen in das 35 km entfernte Rennersdorf evakuiert, von wo aus sie im März desselben Jahres wieder nach Görlitz abkommandiert wurden, um Panzersperren zu errichten und Schützengräben auszuheben. Nachweislich wurden im Nebenlager Görlitz über 400 jüdische Häftlinge aus Ungarn, Polen, Tschechien und Russland ermordet oder starben an Krankheiten und Entkräftung. Hotherturm, Vogtshof und die Türme der PeterskircheNach dem Zweiten Weltkrieg wurde Görlitz geteilt (Oder-Neiße-Grenze). Der östlich der Neiße gelegene Teil der Stadt ist seitdem polnisches Staatsgebiet und heißt Zgorzelec.
Die bei Deutschland verbliebene Stadt wurde dem Land Sachsen zugeordnet, welches jedoch 1952 aufgelöst wurde. Danach gehörte die Stadt zum Bezirk Dresden. Nach der Wiedervereinigung zog die Stadt das Interesse zahlreicher Investoren auf sich. Es gibt in Deutschland nur sehr wenige in ihrer Einwohnerzahl (2007: 58 000; seit ein paar Jahren mehr Zu- als Wegzug) mit Görlitz vergleichbare Städte, die eine solche Dichte von gut erhaltenen Baudenkmälern verschiedenster Epochen aufweisen können. Der Bau- und Rekonstruktions-Boom durch zahlreiche Investoren führte, befördert durch großzügige Fördermaßnahmen des Staates und der EU, zu einer Art „Goldgräberstimmung“, von der das Stadtbild von Görlitz profitieren konnte. Der anhaltende Bevölkerungsschwund machte sich allerdings auch in dieser Region bemerkbar. Obwohl das Angebot an bezahlbarem Wohnraum im Zentrum der Stadt beträchtlich ist, konzentrieren sich die Einwohner vorrangig in den Neubaugebieten, wie Görlitz-Königshufen.
Heute stehen immer noch fast 35 Prozent der Gebäude in der Innenstadt leer. 1989, kurz vor dem Ende der DDR, gab es insgesamt fast 5500 leerstehende Wohnungen, wobei die Ursache damals im stetigen Verfall und der Unbewohnbarkeit ganzer Straßenzüge begründet lag. Die verwaiste Innenstadt ist unter anderem eine Hypothek des ehemaligen sozialistischen Wohnungsbauprogramms, das, zentralistisch geplant und angeordnet, die vorhandene städtische Bausubstanz dem Verfall preisgab. Genauso negativ wird von vielen Experten die Wohnungsbaupolitik nach der Wende gesehen, die stark auf die Förderung von neuen Eigenheimstandorten abzielte und den zukünftigen Wohnraumbedarf in ostdeutschen Städten völlig überschätzte. So wurden und werden auch aktuell in Görlitz verschiedene Einfamilienhausstandorte erweitert. Im Zuge des Stadtumbaues wird versucht gegenzusteuern und die Innenstadtbereiche wieder zu beleben.
Ebenfalls nach der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten wurde der Freistaat Sachsen wiedererrichtet und Görlitz eine kreisfreie Stadt im neu gebildeten Regierungsbezirk Dresden. Im Zuge der Kreisreform 1994 ging der Landkreis Görlitz im neuen Niederschlesischen Oberlausitzkreis auf. Görlitz selbst wurde zunächst Kreissitz, nach einer Landesverfassungsklage, die sich gegen den gleichzeitigen Status als kreisfreie und Kreisstadt richtete, verlor es den Kreissitz an Niesky. Im Verlauf der sächsischen Kreisgebietsreform 2008 werden der Niederschlesische Oberlausitzkreis, die kreisfreie Stadt Görlitz sowie der Landkreis Löbau-Zittau am 1. Juli 2008 zum Landkreis Görlitz fusionieren. Kreissitz und somit Große Kreisstadt wird Görlitz.
Religionen
Die Reformation fasste um 1525 Fuß. Seit dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts war Görlitz eine rein lutherische Stadt. Wie alle Lausitzer Lutheraner gehörten die Görlitzer keiner Landeskirche an, sondern die Stadt verwaltete ihre Kirchenangelegenheiten selbst. Die evangelisch-lutherische Frömmigkeit in Görlitz wurde Ende des 17. Jahrhunderts stark vom Pietismus beeinflusst. Ab 1815 gehörte die Stadt zu Preußen und ihr Kirchenwesen wurde in die unierte evangelische Kirche Preußens eingeordnet. Als Reaktion auf die vom preußischen Staat zwangsverordnete Union zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition entstand die evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche in ganz Preußen.
In Görlitz wurde daher die Evangelisch-Lutherische Heilig-Geist-Kirchengemeinde gegründet, die heute zum Kirchenbezirk Lausitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehört. Durch die Wahl des derzeitigen Gemeindepfarrers Gert Kelter zum Propst des Sprengels Ost der SELK am 27. Januar 2007 ist Görlitz Sitz der Propstei Ost der Altlutheraner geworden. Ansicht des Altars in der DreifaltigkeitskircheAnsonsten war die Stadt Teil der schlesischen Provinzialkirche der evangelischen Landeskirche, deren Sitz sich seinerzeit in Breslau befand. Infolge der Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg („Oder-Neiße-Grenze“) verblieb nur noch ein kleiner Teil des Gebiets der schlesischen Provinzialkirche bei Deutschland und kam zur Sowjetischen Besatzungszone.
Das frühere Görlitzer Stadtgebiet östlich der Neiße wurde zur Stadt Zgorzelec zusammengefasst. Die dort ansässige meist evangelische deutsche Bevölkerung wurde 1945–1947 zwangsausgesiedelt. Die an ihrer Stelle neu angesiedelte Stadtbevölkerung war meist römisch-katholisch, so dass die Bevölkerung des zur Stadt Zgorzelec umgewandelten Görlitzer Stadtgebiets seit etwa 1947 mehrheitlich katholisch ist. Die Kirchenleitung unter Bischof Ernst Hornig musste 1946 Breslau verlassen und siedelte nach Görlitz um. So wurde Görlitz 1947 Sitz einer Landeskirche, die zunächst den Namen „Evangelische Kirche von Schlesien“ behielt, 1968 jedoch ihren Namen in „Evangelische Kirche des Görlitzer Kirchengebiets“ ändern musste und 1992 ihren gegenwärtigen Namen Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz erhielt. Zum 1. Januar 2004 ging diese Landeskirche in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz auf. Seither ist Görlitz Sitz des (vierten) Sprengels dieser neuen Landeskirche. Innerhalb dieses Sprengels gehören die Kirchengemeinden der Stadt Görlitz zum gleichnamigen Kirchenkreis.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zogen vermehrt wieder römisch-katholische Gläubige in die Stadt und gründeten ab 1853 wieder eigene Pfarrgemeinden. Sie gehörten zum Erzbistum Breslau. Als dessen Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg infolge der Grenzziehung geteilt wurde, bildete der westlich der Neiße bei Deutschland verbliebene Teil des Bistums Breslau zunächst das „Erzbischöfliche Amt Görlitz“. Hieraus entstand über die 1972 gebildete „Apostolische Administratur Görlitz“ zum 8. Juli 1994 das heutige Bistum Görlitz innerhalb der neu errichteten Kirchenprovinz Berlin, dessen Kathedrale die 1898 erbaute St. Jakobuskirche wurde. Innerhalb des Bistums Görlitz gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Görlitz, St. Hedwig und Hl. Kreuz, zum gleichnamigen Dekanat.
Daneben gibt es in Görlitz auch freikirchliche Gemeinden der Baptisten, der Siebenten-Tags-Adventisten, der Pfingstler und der Evangelisch-methodistischen Kirche. Ferner existieren in Görlitz weitere Religionsgemeinschaften: die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“), die Zeugen Jehovas, die Neuapostolischen Kirche und eine Gemeinde des Apostelamts Jesu Christi. Seit einigen Monaten erst gibt es in Görlitz wieder eine jüdische Gemeinde die, noch am Anfang ihres Bestehens, sieben Mitglieder zählt. Die Gemeinde ist bereits vom Zentralrat der Juden in Deutschland und dem sächsischen Landesrabbiner Dr. Almekias-Siegl anerkannt worden und verhandelt derzeit mit der Stadtverwaltung über die Rückübertragung der Synagoge auf der Otto-Müller-Strasse.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Görlitz besitzt eine der am besten erhaltenen Altstädte Mitteleuropas. Görlitz und Zgorzelec, die polnische Schwesterstadt, verstehen sich als eine Europastadt. Für das Jahr 2010 bewarben sie sich gemeinsam als Europäische Kulturhauptstadt. Dazu war eines der Schwerpunktprojekte in der Bewerbungsschrift die Entwicklung eines neuen Zentrums, des sogenannten „Brückenparks“. Entlang der Neiße werden beiderseits Objekte wie z. B. die Stadthalle, die Synagoge, die Hochschule und auf dem östlichen Neißeufer die Oberlausitzer Ruhmeshalle architektonisch zusammen mit weiteren Ideen zu einem Gesamtentwurf entwickelt. In mehreren Sommerprojekten haben sich bereits Studierende aus beiden Ländern Gedanken dazu gemacht. Es soll eine Art „Laboratorium“ entstehen, in dem europäisches Denken und Handeln erprobt werden kann. Der Studiengang Kultur und Management an der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) sowie viele engagierte Bürger und Unternehmen der Region unterstützten die verbindende Idee der Kulturhauptstadt 2010 Bewerbung von Görlitz. Ein sichtbares Zeichen dieser Unterstützung sind die fünf Flaggen, die auf der Landeskrone wehen. Zur Kulturhauptstadt 2010 wurde Essen gewählt, Görlitz erreichte den zweiten Platz. Jurymitglieder betonten, dass die Entscheidung äußerst knapp war. In Essen wurde öffentlich die Einbindung einiger Görlitzer Projekte in das Kulturhauptstadt-Projekt vorgeschlagen. Durch ihre Bewerbung und das dahinterstehende Konzept erreichten Görlitz und Zgorzelec aber dennoch eine beträchtliche Steigerung ihres Bekanntheitsgrades im In- und Ausland.
Theater: Das Theater Görlitz wurde 1851 am Demianiplatz erbaut und 1927 erweitert. Gerhart Hauptmann (1862–1946), der Literaturnobelpreisträger, war häufiger Gast in Görlitz und bis 1988 Namenspatron des Theaters. 2002 wurde der Zuschauerraum rekonstruiert und mit einer modernen Technik ausgestattet, die auch simultane Übersetzungen zulässt. Seit September 2002 ist auch die ursprünglich der Altstadt zugewandte Nordfassade wieder hergestellt. Das Theater ist immer wieder Austragungsort von Uraufführungen, die eigens dafür geschrieben wurden. Gemeinsam mit der Neuen Lausitzer Philharmonie werden Werke aller Genres (Oper, Operette, Musical, Ballett, Schauspiel) aufgeführt. Das Görlitzer Theater tauscht seine Inszenierungen mit denen der Schauspielbühnen in Bautzen und Zittau aus, so dass in allen drei Städten neben den Philharmonischen Konzerten auch ein komplettes Dreispartenprogramm mit Musiktheater, Ballett und Schauspiel angeboten wird. Neben dem großen Haus, das auch „Kleine Semperoper“ genannt wird, bespielt das Theater seit 1999 eine kleinere Studiobühne, das “Apollo”. Diese Spielstätte wird seit Januar 2005 auch im Rahmen der Veranstaltungsreihe Synagoge im Apollo vom Förderkreis Görlitzer Synagoge e. V. genutzt. Eine weitere Besonderheit bietet das Theater in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec an: In Kooperation mit dem Theater Jelenia Góra (Teatr Jeleniogórski) gibt es eine polnischsprachige Abonnementsreihe sowie mit dem „Görlitzer Mittwoch“ ein Forum im Apollo, das die deutsch-polnische Annäherung und den Gedankenaustausch fördert.
Museen: Görlitz bietet eine Vielzahl von Museen aus verschiedenen Fachrichtungen. Dabei wird das Spektrum von Historie bis Moderne genauso abgedeckt wie Kunst und Natur. Die „Städtische Sammlung für Geschichte und Kultur“, bestehend aus der Oberlausitzschen Bibliothek der Wissenschaften, dem Ratsarchiv und dem Kulturhistorischen Museum Görlitz, umfasst mehrere Gebäude und bietet eine Vielzahl von Kunstwerken und Kulturschätzen aus der Region. Das Staatliche Museum für Naturkunde ging aus der „Ornithologische Gesellschaft zu Görlitz“ hervor und beschäftigt sich in erster Linie mit der Geologie. Es werden auch Fachbereiche der Biologie aufgegriffen und Informationen dargeboten. Im Schlesische Museum zu Görlitz kann man seit 2006 auf 1.000 Jahre schlesische Geschichte zurückblicken. Mit dem Schaufelradbagger Nr.1452, einem Tagebau-Bagger, und der Ausstellung zur „Geschichte des Braunkohlen-Abbaues im Tagebau Berzdorf von 1835 bis 2000“ im Bahnhof Hagenwerder wurde ein „Technisches Denkmal“ gesetzt.
Musik
Kirchenmusik: Zusammen mit der Hochschule für Kirchenmusik finden in der schlesischen Oberlausitz Orgelkonzerte statt. So sind unter anderem auch die Görlitzer Kirchen besondere Aufführungsorte, an denen die restaurierten Orgeln zum Einsatz kommen. Mit dem „Bach-Chor“ werden bemerkenswerte chorsinfonische Konzerte aufgeführt.
Orchestermusik: Das Orchester der Neuen Lausitzer Philharmonie ist eines der bedeutendsten Einrichtungen der Region Oberlausitz/Niederschlesien. Es bietet Kammer- und Sinfoniekonzerte und ist Teil aller Inszenierungen des Theaters Görlitz. Ein besonderer Schwerpunkt bildet die Musik der Sorben.
Fanfarenmusik: Die Landskron Herolde entstanden 1996 zur 925-Jahre-Feier der Stadt Görlitz. Sie bilden einen Zug mit Görlitzer Fanfarenmusik zu festlichen Anlässen.
Bauwerke
Görlitz überstand den Zweiten Weltkrieg fast ohne Zerstörungen und besitzt eine Altstadt mit zahlreichen historischen, teilweise denkmalgeschützten Bauwerken. Die Altstadt und die Nikolaivorstadt sind überwiegend von Bebauung aus dem Mittelalter sowie aus der Zeit der Renaissance und des Barock geprägt. Die Innenstadt ist ein Gründerzeitviertel mit vollständig geschlossenen Gründerzeit- und Jugendstil-Straßenzügen. Görlitz ist die Stadt mit den meisten separat geschützten Denkmälern in Deutschland. Hinzuweisen ist auf die Peterskirche sowie den Ober- und Untermarkt mit ihren Renaissancefassaden. So befindet sich in Görlitz der Schönhof, erbaut 1526 durch Wendel Roskopf d. Ä., das älteste bürgerliche Renaissancegebäude Deutschlands. Auch aus neuerer Zeit existieren einzigartige Bauwerke: Das Hertie-Warenhaus (bis März 2007 Karstadt) am Demianiplatz, direkt neben der Frauenkirche gelegen, ist heute das einzige historische Kaufhaus seiner Epoche in Deutschland, das die wechselnden Moden und vor allem den Zweiten Weltkrieg ohne erhebliche Veränderungen überstanden hat (und daher auch das einzige Hertie-Kaufhaus ohne Rolltreppen). Es wurde 1912–1913 als „Grand Bazar zum Strauß“ nach Plänen des Architekten Carl Schumanns errichtet, der die Fassade 1897–1904 nach dem damals gängigen Vorbild des Berliner Kaufhauses Wertheim von Alfred Messel gestaltete. Im Jahre 1984 wurde das Gebäude rekonstruiert. Auf dem Untermarkt 22 ist der sogenannte Flüsterbogen über dem Eingangstor besonderer Anziehungspunkt für Touristen.
Görlitz trägt den inoffiziellen Namen “Stadt der Türme”. Diese Bezeichnung stammt von den erhalten gebliebenen Türmen, die einst zur Stadtwallanlage gehörten. Dazu zählen der Dicke Turm/Frauenturm, der Nikolaiturm sowie der Reichenbacher Turm. In der Nähe des Reichenbacher Turms befindet sich die Kaisertrutz. Diese gehörte ebenso zur Befestigungsanlage der Stadt und wurde 1490 erbaut. Wie der Kaisertrutz gehört auch die Ochsenbastei zur mittelalterlichen Stadtbefestigung. Im Mittelalter diente sie als Zwinger. Heute ist sie eine Grünanlage im barocken Stil und mit Wasserspielen und Ornamentbeeten gestaltet. Das älteste nichtkirchliche Gebäude der Stadt ist das Waid- und Renthaus. Es war der Aufbewahrungsort und Stapelplatz für die Tuchfärbepflanze Waid aus dem 15. Jahrhundert. Heute ist es Sitz des Fortbildungszentrums für Handwerk und Denkmalpflege e. V.
In der Neißstraße befindet sich das Biblische Haus, dessen Fassade aus Sandstein mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament versehen ist. Dort befindet sich auch die „Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften“. Erwähnenswert sind die Langen Lauben mit Hallenhäusern. 1906 wurde mit dem Bau einer Musikhalle für die Schlesischen Musikfestspiele begonnen. Diese wurde 1910 als Stadthalle eröffnet. Seit 1. Januar 2005 ist sie auf Grund von Sanierungsbedarf geschlossen. Ein privater Investor wird gesucht.
In den Jahren 1844 bis 1847 entstand der Neißeviadukt mit Material aus den Königshainer Steinbrüchen. 1855 wurde das Blockhaus zu militärischen Zwecken an dessen Brückenkopf errichtet. Die Ratsapotheke mit den beiden Sonnenuhren von Scultetus wurde 1558 im Stil der Renaissance überformt. 1876 entstand die Görlitzer Stadtbibliothek mit dem Ziel das Volk zu bilden und das gesammelte Wissen zu verbreiten. Damals hatte sie ihren Sitz in der Annengasse. Ab 1905 entstand der Bibliotheksbau im Jugendstil auf der Jochmannstraße. Das Rathaus mit Verkündigungskanzel und Justitia-Standbild ist Zeuge vieler baulicher und stilistischer Veränderungen. Im 14. Jahrhundert wurde es erstmals von der Verwaltung bezogen. Erst um das Jahr 1900 wurden die letzten Umbauarbeiten abgeschlossen.
Die Scultetus-Sternwarte bietet seinen Besuchern einen Blick in die Sterne. Unter der 8 m großen Kuppel des Planetariums ist Platz für 40 bis 60 Besucher. Das etwa 3000 m² große Gelände verfügt über zwei Beobachtungsstationen mit abfahrbaren Dächern. Am 20. Oktober 2004 wurde die Altstadtbrücke wiedereröffnet. Sie dient als Fußgängerüberweg nach Polen.
Sakralbauten: Die Silhouette von Görlitz wird von mehreren Kirchen geprägt, wie der zweitürmigen Peterskirche. Einer der bedeutendsten Sakralbauten, die Synagoge in Görlitz, ist die einzige in Sachsen, die die Pogromnacht 1938 unzerstört überstanden hat. Von erheblicher kunsthistorischer Bedeutung ist der Nachbau des Heiligen Grabes von Jerusalem von 1504. Es stellt gemeinsam mit dem nachgebildeten Kreuzweg auch heute noch eine beliebte Pilgerstätte dar.
Görlitzer Oldtimer-Parkeisenbahn: Aufgrund einer Idee des Ingenieurs Eulitz im VEB KEMA wurde für die Kinder der Stadt Görlitz die 11. Pioniereisenbahn der DDR unter Verwendung einer Nachbildung der ersten Deutschen Eisenbahn, die am 7. Dezember 1835 ihre Jungfernfahrt von Nürnberg nach Fürth bestritt, des Adlers im Schmalspurbahnformat erbaut. Am 1. Juni 1976 nahmen etwa 70 Görlitzer Schüler unter Leitung der Herren Eulitz und Beckmann die Tätigkeit in der neuen Arbeitsgemeinschaft des Pionierhauses auf. Für die Eisenbahntechnische Unterstützung stellte die Deutsche Reichsbahn in den ersten Jahren immer wieder Kollegen zur Unterstützung frei. Von 1975 bis 1990 wurden die Lokführer von der DR aus dem BW Görlitz gestellt.
Parks: Der Görlitzer Naturschutz-Tierpark ist ein anspruchsvoll gestaltetes, naturnahes Gehege. In ihm leben über 500 Tiere wie kleine Pandas, Fischotter oder Yaks. Mit seiner fünf Hektar großen Fläche gehört er zu den kleineren Zoos in Deutschland. Nahe bei Görlitz liegt die Kulturinsel Einsiedel. Sie ist eine gelungene Verbindung von Kunst, Kultur und Natur. Auf dem detailliert gestalteten Abenteuerspielplatz finden sich Tunnel, Klettergerüste und ein großes Piratenschiff. Im Jahr 2005 eröffnete auch ein Hotel auf der Kulturinsel. Es besteht aus mehreren Baumhäusern in 8 bis 10 m Höhe. In der Nähe der Stadthalle befindet sich der Stadtpark. Er bietet weitläufige Grünflächen, Blumenbeete und einen großen Holzspielplatz.
Naturdenkmäler: Die Landeskrone, das Wahrzeichen von Görlitz, ist ein 420 m hoher Basaltkegel. Von der Landeskrone hat man einen weiten Blick über das Lausitzer Bergland bis hin zum Zittauer Gebirge und bei guter Sicht bis zum Riesengebirge mit der Schneekoppe. Auf dem Südgipfel steht die 13 m hohe Bismarcksäule, zu Ehren von Fürst Otto von Bismarck, der Ehrenbürger der Stadt Görlitz ist, und am Aussichtsturm wehen fünf Flaggen als Gruß zur Unterstützung der Bewerbung von Görlitz/Zgorzelec zur Kulturhauptstadt Europas 2010, die jedoch erfolglos blieb.
Sport : Seit 2004 findet Ende Mai/Anfang Juni der Europamarathon (Lauf durch zwei Länder; Strecken: 42 km, 21 km, 10 km) statt. 2007 fand bereits zum 72. Male des Radrennen „Rund um die Landeskrone“ statt. Beim „Herbstlauf in den Berzdorfer Halden“, einem Orientierungslauf in den Wäldern um Tauchritz, kann man seit 1997 seinen Orientierungssinn unter Beweis stellen. Seit 1978 findet jedes Jahr am 31. Dezember der „Görlitzer Silvesterlauf“ auf dem Sportplatz „Eiswiese“ statt. Dabei geht es weniger um Sieg oder Niederlage als viel mehr darum den Willen zu zeigen, fit ins neue Jahr zu starten.
Regelmäßige Veranstaltungen
In Görlitz finden das ganze Jahr über verschiedene Feste und Großveranstaltungen statt. Bedeutendste kulturelle Veranstaltung dürfte das Altstadtfest sein. Jährlich findet das Sommertheater auf dem Görlitzer Untermarkt, also in historische Kulisse statt. Folgende Stücke gelangten zu Aufführung:
2007: „Jakob Böhme und die Pest zu Görlitz“. Das Schauspiel von Herrmann Rueth mit der Musik von C. M. Wagner stellt den Schuster und Mystiker Jakob Böhme in den Mittelpunkt des dritten Stückes der Görlitzer Historienspiel-Reihe.
2006: „Die Pulververschwörung und das Heilige Grab zu Görlitz“. Dieses Historienspiel von Hermann Rueth verarbeitet die Legende um den Förderer des Heiligen Grabes, Georg Emmerich.
2005: „Die Pulververschwörung und das Heilige Grab zu Görlitz“ (Uraufführung)
2004: Historienspiel „Der verräterischen Rotte Tor. Tuchmacheraufstand zu Görlitz 1527.“
Den Auftakt der Veranstaltungen bilden im Februar die Filmtage und der Opernball. Im März findet die Musiknacht und das Frühlingsfest des Naturschutz-Tierparks mit dem traditionellen Mistkarrenrennen statt. Im Frühling gibt es dann am 19. April den Internationaler Denkmaltag. Im April findet auch noch das Dreiland-Kurzfilm-Festival mit Beiträgen aus Deutschland, Polen und Tschechien statt. Im Mai folgen die Jazztage, das Muschelminna-Fest, das Storchenfest im Naturschutz-Tierpark und die Görlitzer Orgelnacht. Im Sommer gibt es neben der Oldtimer-Eisenbahn, im Juni, das Campus Open Air, am 21. Juni Fête de la musique, am 3. Sonntag im Juni den Tag der offenen Sanierungstür, das Brauereifest der Landskronbrauerei, die Schlesischen Musikfeste (alle 2 Jahre), das Internationale Spielleutetreffen (alle 2 Jahre), das Collegium PONTES Görlitz-Zgorzelec-Zhorelec und den Erlebnistag am Berzdorfer See. Im Juli folgen der Schlesische Tippelmarkt, die Musikveranstaltung 15° – Rock an der Brücke. Beendet werden die Sommerveranstaltungen mit dem Internationalen Straßentheaterfestival „ViaThea“ und dem Altstadtfest
Im September gibt es die Niederschlesischen Kulturtage, den Tag des offenen Denkmals, die Lange Nacht der Museen und die Internationale Sommerschule der Künste. Im Spätherbst folgen im November die Görlitzer Rocknacht und die Verleihung des Internationalen Brückepreises. Beendet wird das Veranstaltungsjahr mit dem Görlitzer Christkindelmarkt.
Kulinarische Spezialitäten
Görlitz bietet schlesische Küche und Spezialitäten aus der Region. Ein typisches Gericht aus Schlesien ist das Schlesische Himmelreich, ein Fleischgericht mit Backobst. Die schlesische Wellwurst, rustikale Kesselsülze oder pfannengebratene Landleberwurst gehören zu den lokalen Wurstspezialitäten. Auch eine Vielzahl regionalen Gebäcks wird angeboten. Schlesischer Mohnkuchen sowie Schlesischer Butterdrückstreuselkuchen aber auch die so genannte Liegnitzer Bombe gehören zum Angebot mancher Bäckereien.
Verkehr
Durch das nördliche Stadtgebiet von Görlitz führt die A 4 Erfurt–Dresden–Görlitz, die jenseits der Neiße nach wenigen Kilometern in Polen endet und noch 2007 bis Breslau reichen soll. Ferner führen die B 6 und die B 99 durch das Stadtgebiet. Görlitz ist auch ein wichtiger Eisenbahnknoten. Die Stadt liegt an der Kreuzung der Bahnlinien Dresden–Breslau (seit 1847) und Berlin–Cottbus–Görlitz–Zittau–Liberec (Reichenberg). Auf der Strecke Berlin–Görlitz verkehren Züge seit 1867 auf der Görlitzer Bahn. Der Streckenabschnitt Görlitz–Zittau wurde 1875 eröffnet und trägt auch den Namen Neißetalbahn. Auf dem Görlitzer Stadtgebiet liegen mit Görlitz-Rauschwalde, Görlitz-Weinhübel und Hagenwerder noch drei weitere Bahnhöfe. Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) betreibt die Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH zwei Straßenbahnlinien mit einer Gesamtlänge von 16,1 km und acht Stadtbuslinien mit einer Gesamtlänge von 52,4 km, darunter eine Linie im grenzüberschreitenden Verkehr mit einer Gesamtlänge von 4,8 km. Der Görlitzer Flugplatz, der 1925 eröffnet wurde, befindet sich am nordwestlichen Stadtrand unmittelbar an der neu gebauten Ortsumgehung der B 115. Er verfügt über eine 750 m lange Graspiste. Dieser Platz wird vom ortsansässigen Segelflugverein genutzt. Mit angebotenen Rundflügen kann man die Stadt Görlitz, das Zittauer Gebirge und das Lausitzer Bergland aus der Luft betrachten. Ungefähr 30 Kilometer nördlich der Stadt befindet sich der Flugplatz der Stadt Rothenburg. Er soll künftig große Bedeutung als Fracht- und Kurierflughafen gewinnen. Mit einer Rollbahnlänge von 2500 m kann er für Flugzeuge mit einem Start- und Landegewicht bis zu 14 Tonnen. genutzt werden. Die Nutzung des Görlitzer Flugplatzes ist für Flugzeuge bis 5,7 Tonnen und Hubschrauber möglich. Seit dem Schuljahr 1999/2000 gibt es für Schüler des städtischen Gymnasiums die Möglichkeit, parallel zum Abitur eine Pilotenausbildung zu absolvieren. Ergänzt wird das Angebot durch Rundflüge mit Motor-, Segel- und Ultraleichtflugzeugen vom Görlitzer Flugplatz aus.
Persönlichkeiten
Die Stadt Görlitz war Geburts-, Wohn- oder Schaffensort vieler wichtiger und historischer Persönlichkeiten. Eine dieser Personen ist Wendel Roskopf, der als Ratsbauherr an der Gestaltung der Altstadt beteiligt war. Der Schönhof am Untermarkt gilt als sein bedeutendsten Bauwerk. Der wohl bekannteste Sohn der Stadt ist Jakob Böhme, Philosoph und Mystiker. Böhme lebte als Schuhmacher am östlichen Neißeufer. Sein Erstlingswerk Aurora oder Morgenröte im Aufgang erlangte weltweit Beachtung. Die erste Landkarte der Oberlausitz stammt aus Görlitz. Sie wurde vom ehemaligen Bürgermeister und Astronomen Bartholomäus Scultetus erstellt. Scultetus gilt als einer bedeutendsten Kartographen des mitteldeutschen Raumes. Er war es auch, der das zwölfteilige Zifferblatt am Görlitzer Rathaus einführte. Agnete Fingerin, eine Pilgerin, brachte die Baupläne für das Heilige Grab aus dem “Heiligen Land” an die Neiße. Bekannte Görlitzer aus dem aktuellen Zeitgeschehen sind Jens Jeremies sowie Michael Ballack. Beide sind oder waren international erfolgreiche Fußballer. Ballack ist Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft.
Görlitz im Internet
www.goerlitz.de
www.geschichte-on-demand.de
www.15-meridian.info
www.dresden-und-sachsen.de/reiseziele/goerlitz.htm
www.goerlitz2010.de
www.stadtwiki-goerlitz.de
Quelle: www.wikipedia.de Bilder: mit freundlicher Genehmigung der Stadt Görlitz. Alle Textinformationen unterliegen der GNU_Free_Documentation_License
Geographische Lage
Geschichte
Religion
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Musik
Regelmäßige Veranstaltungen
Kulinarische Spezialitäten
Bauwerke
Verkehr
Persönlichkeiten
Görlitz im Internet
Görlitz (polnisch Zgorzelec, obersorbisch Zhorjelc) ist die östlichste Stadt Deutschlands und liegt in der Oberlausitz an der Neiße, die hier seit 1945 die Grenze zu Polen bildet. Görlitz ist die sechstgrößte Stadt des Freistaates Sachsen. Der östlich der Neiße gelegene und wesentlich kleinere Teil der Stadt wurde durch die Grenzziehung in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg abgetrennt und bildet seitdem die eigenständige polnische Stadt Zgorzelec. Im Zuge der geplanten Funktional- und Kreisgebietsreform im Freistaat Sachsen wird Görlitz 2008 den Status einer kreisfreien Stadt verlieren. Da in der Region Oberlausitz-Niederschlesien keine Stadt allein die Ansprüche an ein Oberzentrum erfüllt, wurden Görlitz, Bautzen und Hoyerswerda von der sächsischen Landesplanung zu einem Oberzentralen Städteverbund zusammengeschlossen, der in Funktionsergänzung die Aufgaben eines Oberzentrums erfüllt. Die Stadt ist Sitz eines katholischen Bischofs. Görlitz blieb im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen fast völlig verschont, weswegen es 2007 mit 3500 größtenteils restaurierten Baudenkmälern eines der besterhaltenen historischen Stadtbilder in Deutschland aufweist. Die Stadt ist Mitglied der Euroregion Neiße und seit 1999 des Zipfelbundes.
Geographische Lage:
Görlitz liegt in der niederschlesischen Oberlausitz am westlichen Ufer der Neiße, die hier durch die Ausläufer des böhmisch-lausitzischen Grenzgebirges den Ostrand der Lausitzer Platte durchbricht. Die ehemaligen Stadtteile am rechten (östlichen) Flussufer bilden seit der Grenzziehung von 1945 zwischen Sowjetischer Besatzungszone und der Volksrepublik Polen beziehungsweise der endgültigen Festschreibung der Staatsgrenze 1990 die polnische Stadt Zgorzelec. Görlitz und Zgorzelec als polnische Schwesterstadt verstehen sich als eine Europastadt. Die höchste Erhebung des Görlitzer Stadtgebiets, die Landeskrone, liegt 420 m ü. NN, die niedrigste Stelle der Stadt befindet sich an der Neiße bei 185 m ü. NN. Der 15. Meridian östlicher Länge, an dem sich die Zeitzone der Mitteleuropäischen Zeit orientiert, durchquert die Stadt. Dies hat zur Folge, dass die Mitteleuropäische Zeit außerhalb der Sommerzeit mit der astronomischen Ortszeit von Görlitz übereinstimmt. Als nächstgrößere Städte findet man Cottbus etwa 80 km nordwestlich, Dresden etwa 90 km westlich und Legnica (deutsch Liegnitz), etwa 80 km östlich von Görlitz. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1949 durch die vielen Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten die Grenze von 100.000, wodurch Görlitz zur Großstadt wurde. Bis zum Jahre 1989 sank die Einwohnerzahl auf 75.000 ab. Dieser Trend setzte sich seither, auch wegen der Arbeitslage fort, so dass die Einwohnerzahl von Görlitz im Jahre 2006 bei etwa 57.000 (siehe Einwohnerentwicklung von Görlitz) lag.
Geschichte
Görlitz lag und liegt an einem alten Handels- und Jakobsweg, zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches hieß er Via Regia, jetzt Hohe Straße. Görlitz wurde 1071 erstmals als Ort erwähnt. König Johann von Luxemburg und Kaiser Karl IV. statteten es mit Münzrecht, Straßenrecht, Brau-, Salzgerechtigkeit und weiteren Rechten aus. Görlitz gehörte der Markgrafschaft Oberlausitz und darin dem Oberlausitzer Sechsstädtebund an. Ab 1520 wurde die Reformation eingeführt. 1547 war die Stadt vom Oberlausitzer Pönfall betroffen. Sie erlitt im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg, zuletzt während der Schlacht von Moys schwere Schäden. 1635 kam die Stadt zum Kurfürstentum Sachsen. Im 18. Jahrhundert wurde hier die „Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften“ gegründet, die später zur größten bürgerlichen Gesellschaft ihrer Art in Deutschland heranwuchs; ihre erlesenen Bestände sind erhalten und wurden nach 1945 in die dafür neu gegründete „Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften“ übertragen. Am 1. Juni 1816 wurde Görlitz im Gefolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses in die preußischen Provinz Schlesien eingegliedert. Dort wurde die Stadt Sitz des gleichnamigen Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Liegnitz.
Bereits am 1. September 1847 erhielt Görlitz einen Bahnanschluss nach Dresden und wurde über eine Zweigbahn mit Berlin und Breslau verbunden. Am 31. Dezember 1867 eröffnet die Berlin-Görlitzer Eisenbahn ihre Strecke vom Görlitzer Bahnhof in Berlin. Am 1. Juli 1873 wurde Görlitz ein eigener Stadtkreis, blieb aber weiterhin Sitz des Landkreises Görlitz. 1916 ließ sich in Görlitz das 4. griechische Armeekorps unter Oberst Chatzopoulos freiwillig internieren und knüpfte in der Folge auch familiäre Bindungen zur einheimischen Bevölkerung. Im Jahre 1944 errichtete die Waggon- und Maschinenbau AG in Görlitz ein Nebenlager des KZ Groß-Rosen. Im Februar 1945 wurden die circa 1400 Häftlinge für drei Wochen in das 35 km entfernte Rennersdorf evakuiert, von wo aus sie im März desselben Jahres wieder nach Görlitz abkommandiert wurden, um Panzersperren zu errichten und Schützengräben auszuheben. Nachweislich wurden im Nebenlager Görlitz über 400 jüdische Häftlinge aus Ungarn, Polen, Tschechien und Russland ermordet oder starben an Krankheiten und Entkräftung. Hotherturm, Vogtshof und die Türme der PeterskircheNach dem Zweiten Weltkrieg wurde Görlitz geteilt (Oder-Neiße-Grenze). Der östlich der Neiße gelegene Teil der Stadt ist seitdem polnisches Staatsgebiet und heißt Zgorzelec.
Die bei Deutschland verbliebene Stadt wurde dem Land Sachsen zugeordnet, welches jedoch 1952 aufgelöst wurde. Danach gehörte die Stadt zum Bezirk Dresden. Nach der Wiedervereinigung zog die Stadt das Interesse zahlreicher Investoren auf sich. Es gibt in Deutschland nur sehr wenige in ihrer Einwohnerzahl (2007: 58 000; seit ein paar Jahren mehr Zu- als Wegzug) mit Görlitz vergleichbare Städte, die eine solche Dichte von gut erhaltenen Baudenkmälern verschiedenster Epochen aufweisen können. Der Bau- und Rekonstruktions-Boom durch zahlreiche Investoren führte, befördert durch großzügige Fördermaßnahmen des Staates und der EU, zu einer Art „Goldgräberstimmung“, von der das Stadtbild von Görlitz profitieren konnte. Der anhaltende Bevölkerungsschwund machte sich allerdings auch in dieser Region bemerkbar. Obwohl das Angebot an bezahlbarem Wohnraum im Zentrum der Stadt beträchtlich ist, konzentrieren sich die Einwohner vorrangig in den Neubaugebieten, wie Görlitz-Königshufen.
Heute stehen immer noch fast 35 Prozent der Gebäude in der Innenstadt leer. 1989, kurz vor dem Ende der DDR, gab es insgesamt fast 5500 leerstehende Wohnungen, wobei die Ursache damals im stetigen Verfall und der Unbewohnbarkeit ganzer Straßenzüge begründet lag. Die verwaiste Innenstadt ist unter anderem eine Hypothek des ehemaligen sozialistischen Wohnungsbauprogramms, das, zentralistisch geplant und angeordnet, die vorhandene städtische Bausubstanz dem Verfall preisgab. Genauso negativ wird von vielen Experten die Wohnungsbaupolitik nach der Wende gesehen, die stark auf die Förderung von neuen Eigenheimstandorten abzielte und den zukünftigen Wohnraumbedarf in ostdeutschen Städten völlig überschätzte. So wurden und werden auch aktuell in Görlitz verschiedene Einfamilienhausstandorte erweitert. Im Zuge des Stadtumbaues wird versucht gegenzusteuern und die Innenstadtbereiche wieder zu beleben.
Ebenfalls nach der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten wurde der Freistaat Sachsen wiedererrichtet und Görlitz eine kreisfreie Stadt im neu gebildeten Regierungsbezirk Dresden. Im Zuge der Kreisreform 1994 ging der Landkreis Görlitz im neuen Niederschlesischen Oberlausitzkreis auf. Görlitz selbst wurde zunächst Kreissitz, nach einer Landesverfassungsklage, die sich gegen den gleichzeitigen Status als kreisfreie und Kreisstadt richtete, verlor es den Kreissitz an Niesky. Im Verlauf der sächsischen Kreisgebietsreform 2008 werden der Niederschlesische Oberlausitzkreis, die kreisfreie Stadt Görlitz sowie der Landkreis Löbau-Zittau am 1. Juli 2008 zum Landkreis Görlitz fusionieren. Kreissitz und somit Große Kreisstadt wird Görlitz.
Religionen
Die Reformation fasste um 1525 Fuß. Seit dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts war Görlitz eine rein lutherische Stadt. Wie alle Lausitzer Lutheraner gehörten die Görlitzer keiner Landeskirche an, sondern die Stadt verwaltete ihre Kirchenangelegenheiten selbst. Die evangelisch-lutherische Frömmigkeit in Görlitz wurde Ende des 17. Jahrhunderts stark vom Pietismus beeinflusst. Ab 1815 gehörte die Stadt zu Preußen und ihr Kirchenwesen wurde in die unierte evangelische Kirche Preußens eingeordnet. Als Reaktion auf die vom preußischen Staat zwangsverordnete Union zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition entstand die evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche in ganz Preußen.
In Görlitz wurde daher die Evangelisch-Lutherische Heilig-Geist-Kirchengemeinde gegründet, die heute zum Kirchenbezirk Lausitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehört. Durch die Wahl des derzeitigen Gemeindepfarrers Gert Kelter zum Propst des Sprengels Ost der SELK am 27. Januar 2007 ist Görlitz Sitz der Propstei Ost der Altlutheraner geworden. Ansicht des Altars in der DreifaltigkeitskircheAnsonsten war die Stadt Teil der schlesischen Provinzialkirche der evangelischen Landeskirche, deren Sitz sich seinerzeit in Breslau befand. Infolge der Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg („Oder-Neiße-Grenze“) verblieb nur noch ein kleiner Teil des Gebiets der schlesischen Provinzialkirche bei Deutschland und kam zur Sowjetischen Besatzungszone.
Das frühere Görlitzer Stadtgebiet östlich der Neiße wurde zur Stadt Zgorzelec zusammengefasst. Die dort ansässige meist evangelische deutsche Bevölkerung wurde 1945–1947 zwangsausgesiedelt. Die an ihrer Stelle neu angesiedelte Stadtbevölkerung war meist römisch-katholisch, so dass die Bevölkerung des zur Stadt Zgorzelec umgewandelten Görlitzer Stadtgebiets seit etwa 1947 mehrheitlich katholisch ist. Die Kirchenleitung unter Bischof Ernst Hornig musste 1946 Breslau verlassen und siedelte nach Görlitz um. So wurde Görlitz 1947 Sitz einer Landeskirche, die zunächst den Namen „Evangelische Kirche von Schlesien“ behielt, 1968 jedoch ihren Namen in „Evangelische Kirche des Görlitzer Kirchengebiets“ ändern musste und 1992 ihren gegenwärtigen Namen Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz erhielt. Zum 1. Januar 2004 ging diese Landeskirche in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz auf. Seither ist Görlitz Sitz des (vierten) Sprengels dieser neuen Landeskirche. Innerhalb dieses Sprengels gehören die Kirchengemeinden der Stadt Görlitz zum gleichnamigen Kirchenkreis.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zogen vermehrt wieder römisch-katholische Gläubige in die Stadt und gründeten ab 1853 wieder eigene Pfarrgemeinden. Sie gehörten zum Erzbistum Breslau. Als dessen Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg infolge der Grenzziehung geteilt wurde, bildete der westlich der Neiße bei Deutschland verbliebene Teil des Bistums Breslau zunächst das „Erzbischöfliche Amt Görlitz“. Hieraus entstand über die 1972 gebildete „Apostolische Administratur Görlitz“ zum 8. Juli 1994 das heutige Bistum Görlitz innerhalb der neu errichteten Kirchenprovinz Berlin, dessen Kathedrale die 1898 erbaute St. Jakobuskirche wurde. Innerhalb des Bistums Görlitz gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Görlitz, St. Hedwig und Hl. Kreuz, zum gleichnamigen Dekanat.
Daneben gibt es in Görlitz auch freikirchliche Gemeinden der Baptisten, der Siebenten-Tags-Adventisten, der Pfingstler und der Evangelisch-methodistischen Kirche. Ferner existieren in Görlitz weitere Religionsgemeinschaften: die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“), die Zeugen Jehovas, die Neuapostolischen Kirche und eine Gemeinde des Apostelamts Jesu Christi. Seit einigen Monaten erst gibt es in Görlitz wieder eine jüdische Gemeinde die, noch am Anfang ihres Bestehens, sieben Mitglieder zählt. Die Gemeinde ist bereits vom Zentralrat der Juden in Deutschland und dem sächsischen Landesrabbiner Dr. Almekias-Siegl anerkannt worden und verhandelt derzeit mit der Stadtverwaltung über die Rückübertragung der Synagoge auf der Otto-Müller-Strasse.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Görlitz besitzt eine der am besten erhaltenen Altstädte Mitteleuropas. Görlitz und Zgorzelec, die polnische Schwesterstadt, verstehen sich als eine Europastadt. Für das Jahr 2010 bewarben sie sich gemeinsam als Europäische Kulturhauptstadt. Dazu war eines der Schwerpunktprojekte in der Bewerbungsschrift die Entwicklung eines neuen Zentrums, des sogenannten „Brückenparks“. Entlang der Neiße werden beiderseits Objekte wie z. B. die Stadthalle, die Synagoge, die Hochschule und auf dem östlichen Neißeufer die Oberlausitzer Ruhmeshalle architektonisch zusammen mit weiteren Ideen zu einem Gesamtentwurf entwickelt. In mehreren Sommerprojekten haben sich bereits Studierende aus beiden Ländern Gedanken dazu gemacht. Es soll eine Art „Laboratorium“ entstehen, in dem europäisches Denken und Handeln erprobt werden kann. Der Studiengang Kultur und Management an der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) sowie viele engagierte Bürger und Unternehmen der Region unterstützten die verbindende Idee der Kulturhauptstadt 2010 Bewerbung von Görlitz. Ein sichtbares Zeichen dieser Unterstützung sind die fünf Flaggen, die auf der Landeskrone wehen. Zur Kulturhauptstadt 2010 wurde Essen gewählt, Görlitz erreichte den zweiten Platz. Jurymitglieder betonten, dass die Entscheidung äußerst knapp war. In Essen wurde öffentlich die Einbindung einiger Görlitzer Projekte in das Kulturhauptstadt-Projekt vorgeschlagen. Durch ihre Bewerbung und das dahinterstehende Konzept erreichten Görlitz und Zgorzelec aber dennoch eine beträchtliche Steigerung ihres Bekanntheitsgrades im In- und Ausland.
Theater: Das Theater Görlitz wurde 1851 am Demianiplatz erbaut und 1927 erweitert. Gerhart Hauptmann (1862–1946), der Literaturnobelpreisträger, war häufiger Gast in Görlitz und bis 1988 Namenspatron des Theaters. 2002 wurde der Zuschauerraum rekonstruiert und mit einer modernen Technik ausgestattet, die auch simultane Übersetzungen zulässt. Seit September 2002 ist auch die ursprünglich der Altstadt zugewandte Nordfassade wieder hergestellt. Das Theater ist immer wieder Austragungsort von Uraufführungen, die eigens dafür geschrieben wurden. Gemeinsam mit der Neuen Lausitzer Philharmonie werden Werke aller Genres (Oper, Operette, Musical, Ballett, Schauspiel) aufgeführt. Das Görlitzer Theater tauscht seine Inszenierungen mit denen der Schauspielbühnen in Bautzen und Zittau aus, so dass in allen drei Städten neben den Philharmonischen Konzerten auch ein komplettes Dreispartenprogramm mit Musiktheater, Ballett und Schauspiel angeboten wird. Neben dem großen Haus, das auch „Kleine Semperoper“ genannt wird, bespielt das Theater seit 1999 eine kleinere Studiobühne, das “Apollo”. Diese Spielstätte wird seit Januar 2005 auch im Rahmen der Veranstaltungsreihe Synagoge im Apollo vom Förderkreis Görlitzer Synagoge e. V. genutzt. Eine weitere Besonderheit bietet das Theater in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec an: In Kooperation mit dem Theater Jelenia Góra (Teatr Jeleniogórski) gibt es eine polnischsprachige Abonnementsreihe sowie mit dem „Görlitzer Mittwoch“ ein Forum im Apollo, das die deutsch-polnische Annäherung und den Gedankenaustausch fördert.
Museen: Görlitz bietet eine Vielzahl von Museen aus verschiedenen Fachrichtungen. Dabei wird das Spektrum von Historie bis Moderne genauso abgedeckt wie Kunst und Natur. Die „Städtische Sammlung für Geschichte und Kultur“, bestehend aus der Oberlausitzschen Bibliothek der Wissenschaften, dem Ratsarchiv und dem Kulturhistorischen Museum Görlitz, umfasst mehrere Gebäude und bietet eine Vielzahl von Kunstwerken und Kulturschätzen aus der Region. Das Staatliche Museum für Naturkunde ging aus der „Ornithologische Gesellschaft zu Görlitz“ hervor und beschäftigt sich in erster Linie mit der Geologie. Es werden auch Fachbereiche der Biologie aufgegriffen und Informationen dargeboten. Im Schlesische Museum zu Görlitz kann man seit 2006 auf 1.000 Jahre schlesische Geschichte zurückblicken. Mit dem Schaufelradbagger Nr.1452, einem Tagebau-Bagger, und der Ausstellung zur „Geschichte des Braunkohlen-Abbaues im Tagebau Berzdorf von 1835 bis 2000“ im Bahnhof Hagenwerder wurde ein „Technisches Denkmal“ gesetzt.
Musik
Kirchenmusik: Zusammen mit der Hochschule für Kirchenmusik finden in der schlesischen Oberlausitz Orgelkonzerte statt. So sind unter anderem auch die Görlitzer Kirchen besondere Aufführungsorte, an denen die restaurierten Orgeln zum Einsatz kommen. Mit dem „Bach-Chor“ werden bemerkenswerte chorsinfonische Konzerte aufgeführt.
Orchestermusik: Das Orchester der Neuen Lausitzer Philharmonie ist eines der bedeutendsten Einrichtungen der Region Oberlausitz/Niederschlesien. Es bietet Kammer- und Sinfoniekonzerte und ist Teil aller Inszenierungen des Theaters Görlitz. Ein besonderer Schwerpunkt bildet die Musik der Sorben.
Fanfarenmusik: Die Landskron Herolde entstanden 1996 zur 925-Jahre-Feier der Stadt Görlitz. Sie bilden einen Zug mit Görlitzer Fanfarenmusik zu festlichen Anlässen.
Bauwerke
Görlitz überstand den Zweiten Weltkrieg fast ohne Zerstörungen und besitzt eine Altstadt mit zahlreichen historischen, teilweise denkmalgeschützten Bauwerken. Die Altstadt und die Nikolaivorstadt sind überwiegend von Bebauung aus dem Mittelalter sowie aus der Zeit der Renaissance und des Barock geprägt. Die Innenstadt ist ein Gründerzeitviertel mit vollständig geschlossenen Gründerzeit- und Jugendstil-Straßenzügen. Görlitz ist die Stadt mit den meisten separat geschützten Denkmälern in Deutschland. Hinzuweisen ist auf die Peterskirche sowie den Ober- und Untermarkt mit ihren Renaissancefassaden. So befindet sich in Görlitz der Schönhof, erbaut 1526 durch Wendel Roskopf d. Ä., das älteste bürgerliche Renaissancegebäude Deutschlands. Auch aus neuerer Zeit existieren einzigartige Bauwerke: Das Hertie-Warenhaus (bis März 2007 Karstadt) am Demianiplatz, direkt neben der Frauenkirche gelegen, ist heute das einzige historische Kaufhaus seiner Epoche in Deutschland, das die wechselnden Moden und vor allem den Zweiten Weltkrieg ohne erhebliche Veränderungen überstanden hat (und daher auch das einzige Hertie-Kaufhaus ohne Rolltreppen). Es wurde 1912–1913 als „Grand Bazar zum Strauß“ nach Plänen des Architekten Carl Schumanns errichtet, der die Fassade 1897–1904 nach dem damals gängigen Vorbild des Berliner Kaufhauses Wertheim von Alfred Messel gestaltete. Im Jahre 1984 wurde das Gebäude rekonstruiert. Auf dem Untermarkt 22 ist der sogenannte Flüsterbogen über dem Eingangstor besonderer Anziehungspunkt für Touristen.
Görlitz trägt den inoffiziellen Namen “Stadt der Türme”. Diese Bezeichnung stammt von den erhalten gebliebenen Türmen, die einst zur Stadtwallanlage gehörten. Dazu zählen der Dicke Turm/Frauenturm, der Nikolaiturm sowie der Reichenbacher Turm. In der Nähe des Reichenbacher Turms befindet sich die Kaisertrutz. Diese gehörte ebenso zur Befestigungsanlage der Stadt und wurde 1490 erbaut. Wie der Kaisertrutz gehört auch die Ochsenbastei zur mittelalterlichen Stadtbefestigung. Im Mittelalter diente sie als Zwinger. Heute ist sie eine Grünanlage im barocken Stil und mit Wasserspielen und Ornamentbeeten gestaltet. Das älteste nichtkirchliche Gebäude der Stadt ist das Waid- und Renthaus. Es war der Aufbewahrungsort und Stapelplatz für die Tuchfärbepflanze Waid aus dem 15. Jahrhundert. Heute ist es Sitz des Fortbildungszentrums für Handwerk und Denkmalpflege e. V.
In der Neißstraße befindet sich das Biblische Haus, dessen Fassade aus Sandstein mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament versehen ist. Dort befindet sich auch die „Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften“. Erwähnenswert sind die Langen Lauben mit Hallenhäusern. 1906 wurde mit dem Bau einer Musikhalle für die Schlesischen Musikfestspiele begonnen. Diese wurde 1910 als Stadthalle eröffnet. Seit 1. Januar 2005 ist sie auf Grund von Sanierungsbedarf geschlossen. Ein privater Investor wird gesucht.
In den Jahren 1844 bis 1847 entstand der Neißeviadukt mit Material aus den Königshainer Steinbrüchen. 1855 wurde das Blockhaus zu militärischen Zwecken an dessen Brückenkopf errichtet. Die Ratsapotheke mit den beiden Sonnenuhren von Scultetus wurde 1558 im Stil der Renaissance überformt. 1876 entstand die Görlitzer Stadtbibliothek mit dem Ziel das Volk zu bilden und das gesammelte Wissen zu verbreiten. Damals hatte sie ihren Sitz in der Annengasse. Ab 1905 entstand der Bibliotheksbau im Jugendstil auf der Jochmannstraße. Das Rathaus mit Verkündigungskanzel und Justitia-Standbild ist Zeuge vieler baulicher und stilistischer Veränderungen. Im 14. Jahrhundert wurde es erstmals von der Verwaltung bezogen. Erst um das Jahr 1900 wurden die letzten Umbauarbeiten abgeschlossen.
Die Scultetus-Sternwarte bietet seinen Besuchern einen Blick in die Sterne. Unter der 8 m großen Kuppel des Planetariums ist Platz für 40 bis 60 Besucher. Das etwa 3000 m² große Gelände verfügt über zwei Beobachtungsstationen mit abfahrbaren Dächern. Am 20. Oktober 2004 wurde die Altstadtbrücke wiedereröffnet. Sie dient als Fußgängerüberweg nach Polen.
Sakralbauten: Die Silhouette von Görlitz wird von mehreren Kirchen geprägt, wie der zweitürmigen Peterskirche. Einer der bedeutendsten Sakralbauten, die Synagoge in Görlitz, ist die einzige in Sachsen, die die Pogromnacht 1938 unzerstört überstanden hat. Von erheblicher kunsthistorischer Bedeutung ist der Nachbau des Heiligen Grabes von Jerusalem von 1504. Es stellt gemeinsam mit dem nachgebildeten Kreuzweg auch heute noch eine beliebte Pilgerstätte dar.
Görlitzer Oldtimer-Parkeisenbahn: Aufgrund einer Idee des Ingenieurs Eulitz im VEB KEMA wurde für die Kinder der Stadt Görlitz die 11. Pioniereisenbahn der DDR unter Verwendung einer Nachbildung der ersten Deutschen Eisenbahn, die am 7. Dezember 1835 ihre Jungfernfahrt von Nürnberg nach Fürth bestritt, des Adlers im Schmalspurbahnformat erbaut. Am 1. Juni 1976 nahmen etwa 70 Görlitzer Schüler unter Leitung der Herren Eulitz und Beckmann die Tätigkeit in der neuen Arbeitsgemeinschaft des Pionierhauses auf. Für die Eisenbahntechnische Unterstützung stellte die Deutsche Reichsbahn in den ersten Jahren immer wieder Kollegen zur Unterstützung frei. Von 1975 bis 1990 wurden die Lokführer von der DR aus dem BW Görlitz gestellt.
Parks: Der Görlitzer Naturschutz-Tierpark ist ein anspruchsvoll gestaltetes, naturnahes Gehege. In ihm leben über 500 Tiere wie kleine Pandas, Fischotter oder Yaks. Mit seiner fünf Hektar großen Fläche gehört er zu den kleineren Zoos in Deutschland. Nahe bei Görlitz liegt die Kulturinsel Einsiedel. Sie ist eine gelungene Verbindung von Kunst, Kultur und Natur. Auf dem detailliert gestalteten Abenteuerspielplatz finden sich Tunnel, Klettergerüste und ein großes Piratenschiff. Im Jahr 2005 eröffnete auch ein Hotel auf der Kulturinsel. Es besteht aus mehreren Baumhäusern in 8 bis 10 m Höhe. In der Nähe der Stadthalle befindet sich der Stadtpark. Er bietet weitläufige Grünflächen, Blumenbeete und einen großen Holzspielplatz.
Naturdenkmäler: Die Landeskrone, das Wahrzeichen von Görlitz, ist ein 420 m hoher Basaltkegel. Von der Landeskrone hat man einen weiten Blick über das Lausitzer Bergland bis hin zum Zittauer Gebirge und bei guter Sicht bis zum Riesengebirge mit der Schneekoppe. Auf dem Südgipfel steht die 13 m hohe Bismarcksäule, zu Ehren von Fürst Otto von Bismarck, der Ehrenbürger der Stadt Görlitz ist, und am Aussichtsturm wehen fünf Flaggen als Gruß zur Unterstützung der Bewerbung von Görlitz/Zgorzelec zur Kulturhauptstadt Europas 2010, die jedoch erfolglos blieb.
Sport : Seit 2004 findet Ende Mai/Anfang Juni der Europamarathon (Lauf durch zwei Länder; Strecken: 42 km, 21 km, 10 km) statt. 2007 fand bereits zum 72. Male des Radrennen „Rund um die Landeskrone“ statt. Beim „Herbstlauf in den Berzdorfer Halden“, einem Orientierungslauf in den Wäldern um Tauchritz, kann man seit 1997 seinen Orientierungssinn unter Beweis stellen. Seit 1978 findet jedes Jahr am 31. Dezember der „Görlitzer Silvesterlauf“ auf dem Sportplatz „Eiswiese“ statt. Dabei geht es weniger um Sieg oder Niederlage als viel mehr darum den Willen zu zeigen, fit ins neue Jahr zu starten.
Regelmäßige Veranstaltungen
In Görlitz finden das ganze Jahr über verschiedene Feste und Großveranstaltungen statt. Bedeutendste kulturelle Veranstaltung dürfte das Altstadtfest sein. Jährlich findet das Sommertheater auf dem Görlitzer Untermarkt, also in historische Kulisse statt. Folgende Stücke gelangten zu Aufführung:
2007: „Jakob Böhme und die Pest zu Görlitz“. Das Schauspiel von Herrmann Rueth mit der Musik von C. M. Wagner stellt den Schuster und Mystiker Jakob Böhme in den Mittelpunkt des dritten Stückes der Görlitzer Historienspiel-Reihe.
2006: „Die Pulververschwörung und das Heilige Grab zu Görlitz“. Dieses Historienspiel von Hermann Rueth verarbeitet die Legende um den Förderer des Heiligen Grabes, Georg Emmerich.
2005: „Die Pulververschwörung und das Heilige Grab zu Görlitz“ (Uraufführung)
2004: Historienspiel „Der verräterischen Rotte Tor. Tuchmacheraufstand zu Görlitz 1527.“
Den Auftakt der Veranstaltungen bilden im Februar die Filmtage und der Opernball. Im März findet die Musiknacht und das Frühlingsfest des Naturschutz-Tierparks mit dem traditionellen Mistkarrenrennen statt. Im Frühling gibt es dann am 19. April den Internationaler Denkmaltag. Im April findet auch noch das Dreiland-Kurzfilm-Festival mit Beiträgen aus Deutschland, Polen und Tschechien statt. Im Mai folgen die Jazztage, das Muschelminna-Fest, das Storchenfest im Naturschutz-Tierpark und die Görlitzer Orgelnacht. Im Sommer gibt es neben der Oldtimer-Eisenbahn, im Juni, das Campus Open Air, am 21. Juni Fête de la musique, am 3. Sonntag im Juni den Tag der offenen Sanierungstür, das Brauereifest der Landskronbrauerei, die Schlesischen Musikfeste (alle 2 Jahre), das Internationale Spielleutetreffen (alle 2 Jahre), das Collegium PONTES Görlitz-Zgorzelec-Zhorelec und den Erlebnistag am Berzdorfer See. Im Juli folgen der Schlesische Tippelmarkt, die Musikveranstaltung 15° – Rock an der Brücke. Beendet werden die Sommerveranstaltungen mit dem Internationalen Straßentheaterfestival „ViaThea“ und dem Altstadtfest
Im September gibt es die Niederschlesischen Kulturtage, den Tag des offenen Denkmals, die Lange Nacht der Museen und die Internationale Sommerschule der Künste. Im Spätherbst folgen im November die Görlitzer Rocknacht und die Verleihung des Internationalen Brückepreises. Beendet wird das Veranstaltungsjahr mit dem Görlitzer Christkindelmarkt.
Kulinarische Spezialitäten
Görlitz bietet schlesische Küche und Spezialitäten aus der Region. Ein typisches Gericht aus Schlesien ist das Schlesische Himmelreich, ein Fleischgericht mit Backobst. Die schlesische Wellwurst, rustikale Kesselsülze oder pfannengebratene Landleberwurst gehören zu den lokalen Wurstspezialitäten. Auch eine Vielzahl regionalen Gebäcks wird angeboten. Schlesischer Mohnkuchen sowie Schlesischer Butterdrückstreuselkuchen aber auch die so genannte Liegnitzer Bombe gehören zum Angebot mancher Bäckereien.
Verkehr
Durch das nördliche Stadtgebiet von Görlitz führt die A 4 Erfurt–Dresden–Görlitz, die jenseits der Neiße nach wenigen Kilometern in Polen endet und noch 2007 bis Breslau reichen soll. Ferner führen die B 6 und die B 99 durch das Stadtgebiet. Görlitz ist auch ein wichtiger Eisenbahnknoten. Die Stadt liegt an der Kreuzung der Bahnlinien Dresden–Breslau (seit 1847) und Berlin–Cottbus–Görlitz–Zittau–Liberec (Reichenberg). Auf der Strecke Berlin–Görlitz verkehren Züge seit 1867 auf der Görlitzer Bahn. Der Streckenabschnitt Görlitz–Zittau wurde 1875 eröffnet und trägt auch den Namen Neißetalbahn. Auf dem Görlitzer Stadtgebiet liegen mit Görlitz-Rauschwalde, Görlitz-Weinhübel und Hagenwerder noch drei weitere Bahnhöfe. Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) betreibt die Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH zwei Straßenbahnlinien mit einer Gesamtlänge von 16,1 km und acht Stadtbuslinien mit einer Gesamtlänge von 52,4 km, darunter eine Linie im grenzüberschreitenden Verkehr mit einer Gesamtlänge von 4,8 km. Der Görlitzer Flugplatz, der 1925 eröffnet wurde, befindet sich am nordwestlichen Stadtrand unmittelbar an der neu gebauten Ortsumgehung der B 115. Er verfügt über eine 750 m lange Graspiste. Dieser Platz wird vom ortsansässigen Segelflugverein genutzt. Mit angebotenen Rundflügen kann man die Stadt Görlitz, das Zittauer Gebirge und das Lausitzer Bergland aus der Luft betrachten. Ungefähr 30 Kilometer nördlich der Stadt befindet sich der Flugplatz der Stadt Rothenburg. Er soll künftig große Bedeutung als Fracht- und Kurierflughafen gewinnen. Mit einer Rollbahnlänge von 2500 m kann er für Flugzeuge mit einem Start- und Landegewicht bis zu 14 Tonnen. genutzt werden. Die Nutzung des Görlitzer Flugplatzes ist für Flugzeuge bis 5,7 Tonnen und Hubschrauber möglich. Seit dem Schuljahr 1999/2000 gibt es für Schüler des städtischen Gymnasiums die Möglichkeit, parallel zum Abitur eine Pilotenausbildung zu absolvieren. Ergänzt wird das Angebot durch Rundflüge mit Motor-, Segel- und Ultraleichtflugzeugen vom Görlitzer Flugplatz aus.
Persönlichkeiten
Die Stadt Görlitz war Geburts-, Wohn- oder Schaffensort vieler wichtiger und historischer Persönlichkeiten. Eine dieser Personen ist Wendel Roskopf, der als Ratsbauherr an der Gestaltung der Altstadt beteiligt war. Der Schönhof am Untermarkt gilt als sein bedeutendsten Bauwerk. Der wohl bekannteste Sohn der Stadt ist Jakob Böhme, Philosoph und Mystiker. Böhme lebte als Schuhmacher am östlichen Neißeufer. Sein Erstlingswerk Aurora oder Morgenröte im Aufgang erlangte weltweit Beachtung. Die erste Landkarte der Oberlausitz stammt aus Görlitz. Sie wurde vom ehemaligen Bürgermeister und Astronomen Bartholomäus Scultetus erstellt. Scultetus gilt als einer bedeutendsten Kartographen des mitteldeutschen Raumes. Er war es auch, der das zwölfteilige Zifferblatt am Görlitzer Rathaus einführte. Agnete Fingerin, eine Pilgerin, brachte die Baupläne für das Heilige Grab aus dem “Heiligen Land” an die Neiße. Bekannte Görlitzer aus dem aktuellen Zeitgeschehen sind Jens Jeremies sowie Michael Ballack. Beide sind oder waren international erfolgreiche Fußballer. Ballack ist Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft.
Görlitz im Internet
www.goerlitz.de
www.geschichte-on-demand.de
www.15-meridian.info
www.dresden-und-sachsen.de/reiseziele/goerlitz.htm
www.goerlitz2010.de
www.stadtwiki-goerlitz.de
Quelle: www.wikipedia.de Bilder: mit freundlicher Genehmigung der Stadt Görlitz. Alle Textinformationen unterliegen der GNU_Free_Documentation_License



