Startseite Umgebung Die Stadt Bautzen

Die Stadt Bautzen.

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Geographische Lage
Geschichte
Kirchen
Kultur
Bauwerke
Parks
Regelmäßige Veranstaltungen
Kulinarische Spezialitäten
Verkehr
Bautzen im Internet

Bautzen, obersorbisch Budyšin (siehe auch unter Name der Stadt), ist eine Große Kreisstadt in der ostsächsischen Oberlausitz. Sie liegt an der Spree und hat rund 42.000 Einwohner. Obwohl in der Stadt selbst nur eine kleine sorbische Minderheit von 5 bis 10 % der Bevölkerung wohnt, gilt sie als das politische und kulturelle Zentrum der Sorben in der Oberlausitz.

Geographische Lage

Die Stadt an der Spree liegt etwa 50 km östlich von Dresden am Übergang des Lausitzer Berglandes in das Tiefland im Norden im Naturraum des Oberlausitzer Gefildes. Nördlich der Stadt befindet sich die 1974 geschlossene Talsperre Bautzen. An ihrer Stelle befanden sich früher die Dörfer Malsitz (Malsecy) und Nimschütz (Hnewsecy). 7,5 km südlich der Stadt befindet sich der Mönchswalder Berg (obersorbisch Mnišonc).

Geschichte

Vorgeschichte und frühes Mittelalter:Die Gegend der heutigen Stadt wurde bereits in der Steinzeit besiedelt. So fand man prähistorische Überreste im Stadtteil Burk im Nordosten und bei Niedergurig. Im 3. Jahrhundert bestand hier eine ostgermanische Siedlung. Für das Jahr 1002 wurde die Ortenburg in Bautzen als civitas budusin bei Thietmar von Merseburg als zentraler Ort der Oberlausitz und Stammesmittelpunkt der Milzener erstmals genannt. Nach wiederholten Kämpfen fiel sie in diesem Jahr an den polnischen Fürsten Boleslaw Chrobry und blieb bis 1031 in polnischer Hand. 1018 wurde auf der Ortenburg der Friedensvertrag zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Polen unterzeichnet (Frieden von Bautzen). In der Folgezeit entwickelte sich östlich der Burg die Stadt Bautzen, die wesentlich von der Lage am Spreeübergang der Via Regia, einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen dem Rhein und Schlesien, profitierte und außerdem noch an der Frankenstraße lag. 1031 kam Bautzen erneut zum Heiligen Römischen Reich. König Heinrich IV. gab das Land Bautzen im Jahre 1081 nach seinem Sieg über die Sachsen als Reichslehen an Herzog Vratislav II. von Böhmen, dieser übertrug es als Mitgift an Wiprecht von Groitzsch, der seine Tochter heiratete. Als Wiprechts Sohn Heinrich von Groitzsch 1135 kinderlos starb, fiel Bautzen an den böhmischen König zurück. Von 1143–56 unterstand die Gegend dem wettinischen Markgrafen Konrad I. von Meißen. Zwischen 1158 und 1243 beherrschten die böhmischen Könige das Land erneut als Nebenland der Krone. Spätestens 1213 erhielt Bautzen die Stadtrechte (einige Forscher sprechen von 1157 vermutlich schrittweise Verleihung verschiedener (Stadt-)Rechte), 1240 wurde das Franziskanerkloster gegründet. Nach der Hochzeit des brandenburgischen Markgrafen Otto III. mit der Tochter des böhmischen Königs Wenzel I. im Jahre 1243 kam die Oberlausitz als Pfandbesitz zu den Askaniern und wurde 1283 in ein direktes Reichslehen umgewandelt.

Bautzen unter böhmischer Herrschaft: Im Jahre 1320 starb die brandenburgische Linie der Askanier aus, damit fiel Bautzen zurück an Böhmen. 1346 wurde unter Führung Bautzens der Oberlausitzer Sechsstädtebund gegründet, der in den folgenden Jahrhunderten eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Gegend spielte. Im Jahre 1405 kam es zu einem Handwerkeraufstand gegen den Rat der Stadt Bautzen, der erst durch das Eingreifen des böhmischen Königs Wenzel IV. niedergeschlagen werden konnte. 1429 und 1431 wurde Bautzen erfolglos von den Hussiten belagert. Der Erzengel Michael rettete angeblich die Bürger, woraufhin ihm zu Ehren die Michaeliskirche errichtet wurde. Zwischen 1469 und 1490 gehörte Bautzen fixiert durch den Frieden von Olmütz 1479 zusammen mit den anderen böhmischen Nebenländern zu Ungarn. Daran erinnert noch heute ein Relief an der Ostseite des Matthiasturmes, welches den ungarischen König und von den katholischen Ständen gewählten böhmischen Gegenkönig Matthias Corvinus zeigt. Nach dessen Tod kam die Lausitz wieder zum Königreich Böhmen. Die Ortenburg war unter böhmischer Herrschaft bis 1635 Amtssitz des Oberlausitzer Landvogts. Zwischen 1520 und 1525 setzte sich die Reformation durch. Das Kollegiatkapitel St. Petri blieb jedoch, wie auch der böhmische Landesherr, katholisch und war seit spätestens 1567 die katholische Bistums-Administratur für die beiden Lausitzen und das Bistum Meißen. 1547 war Bautzen vom Oberlausitzer Pönfall betroffen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrmals durch die Truppen Wallensteins, Sachsens und Schwedens belagert. Am 2. Mai 1634 ließ der kaiserliche Oberst von der Goltz vor seinem Abzug die im November eingenommene Stadt niederbrennen. 700 Bewohner kamen dabei ums Leben. 1635 kam Bautzen mit dem Markgraftum Oberlausitz zu Sachsen.

Bautzen unter sächsischer Herrschaft:

Im Jahre 1678 wurde aufgrund der großen Bedeutung des Markgrafentums Oberlausitz ein kurfürstliches Postamt in der Stadt eingerichtet. Der Rang Bautzens als Hauptstadt des Markgrafentums innerhalb Sachsens wurde unter anderem durch den Standort dieses kurfürstlichen Oberpostamtes deutlich, ein Privileg, über das außer Bautzen nur Leipzig verfügte. Am 22. April 1709 kam es zum zweiten großen Stadtbrand in der Geschichte Bautzens, der große Teile der Stadt zerstört. Erst 1780 wurde die „Freiwillige Bürger Feuer Compagnie“ gegründet, die dennoch heute eine der ältesten Sachsens ist. 1813 endete die Schlacht bei Bautzen (die auf dem Gemeindegebiet des heutigen Bautzens und östlich angrenzender Dörfer stattfand; am Arc de Triomphe als Bataille de Wurschen (einem heutigen Ortsteil von Weißenberg) bezeichnet) zwischen der Koalition der Koalitionskriege und den Franzosen mit dem Sieg der napoleonischen Truppen. 1868 wurde die Stadt offiziell von „Budissin“ in Bautzen umbenannt. Der Bau der Sächsischen Landesstrafanstalt (Bautzen I) wurde 1904 fertig gestellt und bestimmungsgemäß betrieben. Im Volksmund heißt die Anstalt wegen der verwendeten gelben Klinker „Gelbes Elend“. Um die gleiche Zeit entstand das zum Amts- und Landgericht gehörende Untersuchungsgefängnis Bautzen II.


1918 bis 1945: 1921 wurde Bautzen Bischofssitz des Bistums Meißen. In der Pfingstwoche 1933 wurde in Bautzen eine 1000-Jahrfeier der Zugehörigkeit der Oberlausitz zum deutschen Reichsgebiet gefeiert. Diese Feier berief sich auf den Ritt Heinrich I. in die Niederlausitz um 932. Es soll eine lockere Bindung mit der Oberlausitz eingegangen worden sein. Während der Zeit des Nationalsozialismus waren in der Stadt viele politische Gegner, Sozialisten und Kommunisten, aber auch Zeugen Jehovas inhaftiert. Ernst Thälmann war 1943/44 bis zu seinem Abtransport ins KZ Buchenwald in Bautzen I inhaftiert. Im Süden der Stadt – direkt an der Spree – gab es zudem eine Außenstelle des KZ Groß-Rosen. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt große Schäden. Die Kuppeln des Lauenturms und der Michaeliskirche wurden zerstört, es waren viele Menschenleben zu beklagen. Am 26. April 1945 fand im Zuge der Schlacht um Bautzen der letzte größere deutsche Panzerangriff des Zweiten Weltkrieges statt, woraufhin die Stadt noch einmal zurückerobert wurde und bis zur Kapitulation in deutscher Hand blieb.

Geschichte seit 1945: Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Landesstrafanstalt Bautzen im Mai 1945 eines der Speziallager des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten (NKWD) der sowjetischen Besatzungsmacht, genauer: das Speziallager Nr. 4 (ab Ende 1948: Nr. 3). In einem der Gebäude waren auch vom sowjetischen Militärgericht Verurteilte untergebracht. Bei einer Gesamtbelegung von 27.300 Gefangenen und einer durchschnittlichen Belegung von ca. 6.500 Inhaftierten sollen dort laut Registrierung in den Lagerkarteien der sowjetischen Lagerbetreiber zwischen 1945 und 1950 mindestens 3.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Es gibt Schätzungen, die weit höher liegen. Auch laut Recherchen des Bautzen Komitees ist jeder dritte Gefangene im Lager verstorben. Die Häftlinge starben aufgrund der Haftbedingungen an den Folgen von Hunger und Krankheiten. Augenzeugenberichten zufolge sollen die Toten am „Karnickelberg“ vergraben worden sein. Bei Suchgrabungen nach der politischen Wende wurden 1992 nur die Skelettteile von 247 Toten in der näheren Umgebung des Lagers aufgefunden. Einer Theorie zufolge lag der „Karnickelberg“ im heute vom Stausee überfluteten Gebiet. In sowjetische Zwangsarbeitslager sind mindestens 4.000 Bautzener Häftlinge deportiert worden.Während dieser Zeit waren in den Bautzener Gefängnissen zahlreiche Regime-Gegner, zum Beispiel die Schriftsteller Walter Kempowski und Erich Loest, inhaftiert. Im Jahre 1992 wurde Bautzen II geschlossen. Heute dient der ehemalige „Stasi-Knast“ als Gedenkstätte. Nach dem Krieg entwickelte sich Bautzen in der DDR zu einer Wissenschafts- und Industriestadt. Hier waren unter anderem die Großbetriebe „Waggonbau Bautzen“ (heute Bombardier Transportation), das Schneidmaschinenwerk „Perfecta“, ein Fernmeldewerk, ein Baustoffkombinat, eine Fachhochschule für Maschinenbau, ein Lehrerbildungsinstitut und eine Außenstelle der Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt. 1979 wanderte der katholische Bischofssitz nach Dresden ab. Am 1. September 2002 feierte Bautzen mit einem Festumzug seine Ersterwähnung vor tausend Jahren.

Name der Stadt: Erstmals wurde Bautzen im Jahre 1002 als civitas Budusin erwähnt. Es gibt mehrere Deutungen dieses Namens. Einige Wissenschaftler gehen von der Bezeichnung „Bud“, „Bod“ oder „Budetzsch“ für „Grenzort“ aus. Eine andere verbreitete Variante besagt, dass die Siedlung nach dem slawischen Fürsten Budissentius (bzw. Budestaus) benannt wurde, der sie im 9. Jahrhundert gegründet haben soll. Der Name könnte jedoch auch vom weiblichen Personennamen Budiša (für „die Weckerin“) oder von „Budy“ („Hüttensiedlung“) abgeleitet sein. Eine Bautzener Sage berichtet hingegen, dass an der Stelle, wo heute Bautzen liegt, eine reisende schwangere Herzogin haltgemacht habe und überraschend ihr Kind zur Welt brachte. Der herbeieilende Gatte soll dann gefragt haben: "Bude syn?" ("Ist's ein Sohn?)[3]. Bis hinein ins 15. Jahrhundert sind in schriftlichen Dokumenten fast ausschließlich folgende Varianten der alten Bezeichnung Budissin zu finden: Bawdysen, Baudyssen, Paudescheyn, Baudissyn, Budessen, Baudissin, Bauwdiczen, Buditcynn und Bawdycyn. Noch heute lebt dieser Name in den sorbischen (Budyšin/Budyšyn), tschechischen (Budyšín) und polnischen (Budziszyn Aussprache ?/i) Namen für Bautzen weiter. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden häufiger germanisierte Varianten verwendet, so namentlich Bucen (1450), Boytzen (1512), Pautzen (1519) und 1523 erstmals Bautzen. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die so entstandenen Namen Budissin und Bautzen gleichberechtigt und willkürlich verwendet. Am 3. Juni 1868 wurde der Name der Stadt durch eine Sächsische Ministerialverordnung in Bautzen geändert. Der Name Bautzen wurde zu Ehren der Stadt auch einem Asteroiden gegeben.

Kirchen

Unter den gläubigen Bewohnern der Stadt sind überwiegend Protestanten, wobei die sorbischen Bürger der Stadt mehrheitlich katholisch sind. Ein Drittel der Bevölkerung ist ohne Konfession. In der Stadt findet sich die größte evangelische Gemeinde Sachsens – die Kirchgemeinde St. Petri. Aus ihr ging die Gemeinde Bautzen-Gesundbrunnen hervor, die 1994 als selbständige evangelische Kirchgemeinde in Bautzen etabliert wurde. Auch die katholische Gemeinde St. Petri gehört zu den größten des Bistums Dresden-Meißen. Beide Gemeinden teilen sich den Petridom, der die älteste und eine der größten Simultankirchen Deutschlands ist. Von den insgesamt sieben Kirchen im historischen Stadtgebiet werden noch fünf für den Gottesdienst genutzt (Dom, Michaeliskirche, Maria- und Martha-Kirche, Taucherkirche, Liebfrauenkirche), zwei sind Ruinen (Mönchskirche und Nicolaikirche). Des Weiteren gibt es noch die kleine Klosterkirche „St. Clara“ der Klarissen (mit einem modern durch Friedrich Press gestalteten Innenraum), eine Anstaltskirche in Bautzen I, ein auch als Kirche genutztes Gemeindezentrum mit Glockenturm im Gesundbrunnen, zwei Kapellen und kleinere Kirchengebäude in einigen Ortsteilen, zum Beispiel in Kleinwelka.

Kultur

Museen:Stadtmuseum Bautzen
Das Sorbische Museum Bautzen (Serbski muzej Budyšin) befindet sich im Salzhaus auf der Ortenburg. Die Ausstellungen des Museums informieren über Herkunft, Sprache, Kunst und Literatur, Lebensweise und Brauchtum der Sorben.
Domschatzkammer St. Petri
Alte Wasserkunst
Gedenkstätte Bautzen

Bauwerke

Die Bautzener Altstadt wird oft als „sehenswert“ beschrieben. Die stadtunabhängige KES Kommunalentwicklung Sachsen GmbH (Regionalstelle Leipzig) beschreibt Bautzen in ihrer Ausarbeitung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Bautzen (INSEK) vom Februar 2002 als eine Stadt, die aufgrund des Wechselspiels von binationaler Kultur und „eindrucksvoller Stadtsilhouette“ ein überdurchschnittliches Potential für den Städtetourismus besitzt und „bedeutende Baudenkmale“ aufweist.

Über der Stadt thront die heute vom Sächsischen Oberwaltungsgericht genutzte Ortenburg, deren weiße Renaissancegiebel besonders auffallen. Im Hof der Ortenburg finden sich in verschiedenen Nebengebäuden auch das Sorbische Museum und das Puppenspieltheater mit dem hier aufgestellten Rietschelgiebel. Auch das mit einem filigranen Schornstein aus der Renaissance versehene Scharfrichterhaus an der nördlichen Stadtmauer wird von Architekturkennern oft besonders hervorgehoben.

An der südwestlichen Ecke der Altstadt befindet sich, von der Friedensbrücke gut einsehbar, das markanteste Ensemble der Stadt, bestehend aus Alter Wasserkunst und Michaeliskirche. Der bedeutendste kirchliche Bau der Stadt ist jedoch der Petridom, der die Besonderheit besitzt, als Simultankirche sowohl von Katholiken als auch Lutheranern genutzt zu werden. In der Kirche werden die beiden Konfessionen nur durch ein Gitter getrennt.

Südlich des Domes befindet sich das barocke Rathaus der Stadt, vom Hauptmarkt aus kann man die verschiedenen Uhren des Rathausturmes sehen. Um den Hauptmarkt herum befindet sich das bedeutendste Barockensemble der Stadt mit verschiedenen gut erhaltenen Bürgerhäusern. Die an der westlichen Seite der Lauenstraße – zwischen Lauenturm und Rathaus – befindlichen Bürgerhäuser gelten als besonders bemerkenswert und finden sich in ähnlicher Pracht und Größe in Sachsen wohl nur noch in Leipzig wieder. Die Neue Wasserkunst befindet sich südlich des Stadtkerns. Aufgrund seiner Burganlage und des markanten Stadtpanoramas wird Bautzen schon seit dem 19. Jahrhundert auch als „sächsisches Nürnberg“ bezeichnet.

Bautzen wird auch als „Stadt der Türme“ bezeichnet. Einer der bekanntesten Türme der Stadt ist der Reichenturm, der auch als „Schiefer Turm von Bautzen“ bezeichnet wird. Östlich der Altstadt liegen die im Inneren in reinem protestantischen Stil ausgeführte Taucherkirche und der Taucherfriedhof mit seiner barocken, nördlich der Alpen selten anzutreffenden Gruftstraße. Der Taucherfriedhof ist nach einem Wald bei Uhyst am Taucher benannt. Weiter südlich liegt in einem Villenviertel die 1903 von Alvin Anger für den Großindustriellen Eduard Weigang erbaute „Villa Weigang“ mit Jugendstilfassaden und einer in verschiedenen Stilen des Historismus gehaltenen Innendekoration. Nahe der Villa liegt das ebenfalls im Jugendstil gehaltenes Justizgebäude in der Lessingstraße, in dem Amtsgericht, Landgericht und Staatsanwaltschaft untergebracht sind. Im hinteren Trakt des Gebäudes wurde die Gedenkstätte für Menschenrechte eingerichtet, die an das dort früher unterhaltene Gefängnis Bautzen II erinnert.

Parks

Entlang des ehemaligen Stadtwalles, der die Innenstadt von den östlichen und südlichen Stadtteilen trennte, befindet sich heute mit den „Wallanlagen“ ein ausgedehnter Park mit Gehölzen aus den verschiedensten Erdteilen. Im Südosten der Stadt befindet sich der Bautzener Naturpark.

Freizeitparks

5 km vom historischen Stadtzentrum Bautzens entfernt befindet sich der Ortsteil Kleinwelka. Dort liegen Deutschlands größter Irrgarten mit Abenteuer- und Rätsellabyrinth, der Saurierpark und Sauriergarten und der Miniaturenpark Kleinwelka mit dem Klein-Ossi-Land. Der Saurierpark bietet auch ein Saurierkino, eine Ausgrabungsstätte und einen Planetenspielplatz. Entstanden ist der Park durch den Großwelkener Franz Gruß, der 1978 im hauseigenen Garten in Großwelka begonnen hatte, Saurier und Menschenaffen zu modellieren. Ab 1981 gestaltete Gruß auch den gemeindeeigenen Saurierpark, der seit 1994 durch Thomas Stern erweitert wurde. Seit der Gründung hatte der Park rund fünf Millionen Besucher.

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Frühjahr findet regelmäßig das Straßenfest „Bautzener Frühling“ statt. Überregionale Bedeutung hat auch das traditionelle Ostereierschieben zum Osterfest auf dem am westlichen Stadtrand gelegenen Protschenberg. Es ist das größte Kinderfest in der Region, welches mittlerweile überregionale Anziehungskraft besitzt. Bautzen ist einer der Ausgangspunkte für das Osterreiten. Der Bautzener Weihnachtsmarkt zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Sehr beliebt sind auch die Freiluftvorstellungen des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters im Sommer, die meistens auf dem Hof der Ortenburg stattfinden. Seit 1993 findet alljährlich im September der „Internationale Bautzener Stadtlauf“ statt, welcher die größte Laufveranstaltung der Oberlausitz darstellt.

Kulinarische Spezialitäten

Berühmt ist der Bautzner Senf. Im Bautzener Senfladen gibt es eine große Auswahl verschiedener Sorten Bautz’ner Senf und anderer Produkte, wie Bautzener Biere, die als Mitbringsel gedacht sind. In verschiedenen Restaurants kann man typische sorbische Gerichte ausprobieren. Zur Zeit der Vogelhochzeit am 25. Januar gibt es wie in weiten Bereichen der Lausitz verschiedene Spezialgebäcke, zum Beispiel in Form von Nestern und Vögeln. Gerichte wie „Deichelmauke“ werden in vielen alten Bautzener Familien noch regelmäßig zubereitet, obwohl dieses Gericht eher für den südlichen Landkreis Bautzen, zum Beispiel in Schirgiswalde typisch ist.

Verkehr

Bautzen verfügt über eine Anbindung an die Bundesautobahn 4 Dresden–Görlitz (über die Anschlussstellen Bautzen-Ost und Bautzen-West sowie Salzenforst). Die Bundesstraße 6 von Dresden nach Görlitz durchquert das Stadtgebiet von Westen nach Osten und verläuft dabei auch durch das Stadtzentrum und über die Friedensbrücke, wodurch es besonders am Nachmittag zu Staus kommt. Die B 96 von Zittau nach Berlin verläuft vom Süden der Stadt durch die Innenstadt und über die Friedensbrücke, bevor sie das Stadtgebiet im Nordwesten verlässt. Die B 156 von Weißwasser umgeht seit 2003 das Stadtgebiet auf einer neu gebauten Trasse. Der Autobahnzugang für das nördliche Kreisgebiet und Hoyerswerda wird seit 2006 ebenfalls durch eine Zubringertrasse verbessert. Um die Stadt vom Verkehr zu entlasten und die Fahrtzeiten von Dresden in das Oberlausitzer Oberland zu verkürzen, werden in den nächsten Jahren zwei Umgehungsprojekte umgesetzt. Dabei handelt es sich um die Westtangente, welche die B 6 sowie die B 96 an der Innenstadt und der Friedensbrücke vorbeileiten soll, bei der Bevölkerung jedoch aufgrund ihres geplanten Verlaufs stark umstritten ist. Die Südumfahrung soll künftig vor allem die Nord-Süd-Verbindung im Landkreis und die Anbindung des Oberlandes an die A 4 verbessern. Der Bahnhof Bautzen wurde 1846 eröffnet. Er ist Haltepunkt in den Netzen der Deutschen Bahn und der Lausitzbahn. Es bestehen direkte Bahnverbindungen mit modernen Zügen der Regionalbahn und durch Regionalexpresse auf der Strecke Dresden–Görlitz. Die durchgängigen Verbindungen nach Berlin bzw. Cottbus (über Hoyerswerda), Zittau, Bad Schandau und Breslau wurden in den letzten Jahren stillgelegt; somit hat die Stadt ihren Status als Bahnknotenpunkt der Oberlausitz verloren. Bis in die 70er Jahre konnte man außerdem noch über Radibor und Baruth nach Weißenberg per Bahn gelangen. Bautzen besitzt zudem einen Flugplatz, der zirka 3 km östlich der Stadt liegt. Der nächste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Dresden.

Bautzen im Internet

www.bautzen.de
www.bautzenweb.de
www.bautzen.bz
www.wifotha.de/Fotoserien


Quelle: www.wikipedia.de Bilder: mit freundlicher Genehmigung der Stadt Bautzen. Alle Textinformationen unterliegen der GNU_Free_Documentation_License

Geographische Lage
Geschichte
Kirchen
Kultur
Bauwerke
Parks
Regelmäßige Veranstaltungen
Kulinarische Spezialitäten
Verkehr
Bautzen im Internet

Bautzen, obersorbisch Budyšin (siehe auch unter Name der Stadt), ist eine Große Kreisstadt in der ostsächsischen Oberlausitz. Sie liegt an der Spree und hat rund 42.000 Einwohner. Obwohl in der Stadt selbst nur eine kleine sorbische Minderheit von 5 bis 10 % der Bevölkerung wohnt, gilt sie als das politische und kulturelle Zentrum der Sorben in der Oberlausitz.

Geographische Lage

Die Stadt an der Spree liegt etwa 50 km östlich von Dresden am Übergang des Lausitzer Berglandes in das Tiefland im Norden im Naturraum des Oberlausitzer Gefildes. Nördlich der Stadt befindet sich die 1974 geschlossene Talsperre Bautzen. An ihrer Stelle befanden sich früher die Dörfer Malsitz (Malsecy) und Nimschütz (Hnewsecy). 7,5 km südlich der Stadt befindet sich der Mönchswalder Berg (obersorbisch Mnišonc).

Geschichte

Vorgeschichte und frühes Mittelalter:Die Gegend der heutigen Stadt wurde bereits in der Steinzeit besiedelt. So fand man prähistorische Überreste im Stadtteil Burk im Nordosten und bei Niedergurig. Im 3. Jahrhundert bestand hier eine ostgermanische Siedlung. Für das Jahr 1002 wurde die Ortenburg in Bautzen als civitas budusin bei Thietmar von Merseburg als zentraler Ort der Oberlausitz und Stammesmittelpunkt der Milzener erstmals genannt. Nach wiederholten Kämpfen fiel sie in diesem Jahr an den polnischen Fürsten Boleslaw Chrobry und blieb bis 1031 in polnischer Hand. 1018 wurde auf der Ortenburg der Friedensvertrag zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Polen unterzeichnet (Frieden von Bautzen). In der Folgezeit entwickelte sich östlich der Burg die Stadt Bautzen, die wesentlich von der Lage am Spreeübergang der Via Regia, einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen dem Rhein und Schlesien, profitierte und außerdem noch an der Frankenstraße lag. 1031 kam Bautzen erneut zum Heiligen Römischen Reich. König Heinrich IV. gab das Land Bautzen im Jahre 1081 nach seinem Sieg über die Sachsen als Reichslehen an Herzog Vratislav II. von Böhmen, dieser übertrug es als Mitgift an Wiprecht von Groitzsch, der seine Tochter heiratete. Als Wiprechts Sohn Heinrich von Groitzsch 1135 kinderlos starb, fiel Bautzen an den böhmischen König zurück. Von 1143–56 unterstand die Gegend dem wettinischen Markgrafen Konrad I. von Meißen. Zwischen 1158 und 1243 beherrschten die böhmischen Könige das Land erneut als Nebenland der Krone. Spätestens 1213 erhielt Bautzen die Stadtrechte (einige Forscher sprechen von 1157 vermutlich schrittweise Verleihung verschiedener (Stadt-)Rechte), 1240 wurde das Franziskanerkloster gegründet. Nach der Hochzeit des brandenburgischen Markgrafen Otto III. mit der Tochter des böhmischen Königs Wenzel I. im Jahre 1243 kam die Oberlausitz als Pfandbesitz zu den Askaniern und wurde 1283 in ein direktes Reichslehen umgewandelt.

Bautzen unter böhmischer Herrschaft: Im Jahre 1320 starb die brandenburgische Linie der Askanier aus, damit fiel Bautzen zurück an Böhmen. 1346 wurde unter Führung Bautzens der Oberlausitzer Sechsstädtebund gegründet, der in den folgenden Jahrhunderten eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Gegend spielte. Im Jahre 1405 kam es zu einem Handwerkeraufstand gegen den Rat der Stadt Bautzen, der erst durch das Eingreifen des böhmischen Königs Wenzel IV. niedergeschlagen werden konnte. 1429 und 1431 wurde Bautzen erfolglos von den Hussiten belagert. Der Erzengel Michael rettete angeblich die Bürger, woraufhin ihm zu Ehren die Michaeliskirche errichtet wurde. Zwischen 1469 und 1490 gehörte Bautzen fixiert durch den Frieden von Olmütz 1479 zusammen mit den anderen böhmischen Nebenländern zu Ungarn. Daran erinnert noch heute ein Relief an der Ostseite des Matthiasturmes, welches den ungarischen König und von den katholischen Ständen gewählten böhmischen Gegenkönig Matthias Corvinus zeigt. Nach dessen Tod kam die Lausitz wieder zum Königreich Böhmen. Die Ortenburg war unter böhmischer Herrschaft bis 1635 Amtssitz des Oberlausitzer Landvogts. Zwischen 1520 und 1525 setzte sich die Reformation durch. Das Kollegiatkapitel St. Petri blieb jedoch, wie auch der böhmische Landesherr, katholisch und war seit spätestens 1567 die katholische Bistums-Administratur für die beiden Lausitzen und das Bistum Meißen. 1547 war Bautzen vom Oberlausitzer Pönfall betroffen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrmals durch die Truppen Wallensteins, Sachsens und Schwedens belagert. Am 2. Mai 1634 ließ der kaiserliche Oberst von der Goltz vor seinem Abzug die im November eingenommene Stadt niederbrennen. 700 Bewohner kamen dabei ums Leben. 1635 kam Bautzen mit dem Markgraftum Oberlausitz zu Sachsen.

Bautzen unter sächsischer Herrschaft:

Im Jahre 1678 wurde aufgrund der großen Bedeutung des Markgrafentums Oberlausitz ein kurfürstliches Postamt in der Stadt eingerichtet. Der Rang Bautzens als Hauptstadt des Markgrafentums innerhalb Sachsens wurde unter anderem durch den Standort dieses kurfürstlichen Oberpostamtes deutlich, ein Privileg, über das außer Bautzen nur Leipzig verfügte. Am 22. April 1709 kam es zum zweiten großen Stadtbrand in der Geschichte Bautzens, der große Teile der Stadt zerstört. Erst 1780 wurde die „Freiwillige Bürger Feuer Compagnie“ gegründet, die dennoch heute eine der ältesten Sachsens ist. 1813 endete die Schlacht bei Bautzen (die auf dem Gemeindegebiet des heutigen Bautzens und östlich angrenzender Dörfer stattfand; am Arc de Triomphe als Bataille de Wurschen (einem heutigen Ortsteil von Weißenberg) bezeichnet) zwischen der Koalition der Koalitionskriege und den Franzosen mit dem Sieg der napoleonischen Truppen. 1868 wurde die Stadt offiziell von „Budissin“ in Bautzen umbenannt. Der Bau der Sächsischen Landesstrafanstalt (Bautzen I) wurde 1904 fertig gestellt und bestimmungsgemäß betrieben. Im Volksmund heißt die Anstalt wegen der verwendeten gelben Klinker „Gelbes Elend“. Um die gleiche Zeit entstand das zum Amts- und Landgericht gehörende Untersuchungsgefängnis Bautzen II.


1918 bis 1945: 1921 wurde Bautzen Bischofssitz des Bistums Meißen. In der Pfingstwoche 1933 wurde in Bautzen eine 1000-Jahrfeier der Zugehörigkeit der Oberlausitz zum deutschen Reichsgebiet gefeiert. Diese Feier berief sich auf den Ritt Heinrich I. in die Niederlausitz um 932. Es soll eine lockere Bindung mit der Oberlausitz eingegangen worden sein. Während der Zeit des Nationalsozialismus waren in der Stadt viele politische Gegner, Sozialisten und Kommunisten, aber auch Zeugen Jehovas inhaftiert. Ernst Thälmann war 1943/44 bis zu seinem Abtransport ins KZ Buchenwald in Bautzen I inhaftiert. Im Süden der Stadt – direkt an der Spree – gab es zudem eine Außenstelle des KZ Groß-Rosen. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt große Schäden. Die Kuppeln des Lauenturms und der Michaeliskirche wurden zerstört, es waren viele Menschenleben zu beklagen. Am 26. April 1945 fand im Zuge der Schlacht um Bautzen der letzte größere deutsche Panzerangriff des Zweiten Weltkrieges statt, woraufhin die Stadt noch einmal zurückerobert wurde und bis zur Kapitulation in deutscher Hand blieb.

Geschichte seit 1945: Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Landesstrafanstalt Bautzen im Mai 1945 eines der Speziallager des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten (NKWD) der sowjetischen Besatzungsmacht, genauer: das Speziallager Nr. 4 (ab Ende 1948: Nr. 3). In einem der Gebäude waren auch vom sowjetischen Militärgericht Verurteilte untergebracht. Bei einer Gesamtbelegung von 27.300 Gefangenen und einer durchschnittlichen Belegung von ca. 6.500 Inhaftierten sollen dort laut Registrierung in den Lagerkarteien der sowjetischen Lagerbetreiber zwischen 1945 und 1950 mindestens 3.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Es gibt Schätzungen, die weit höher liegen. Auch laut Recherchen des Bautzen Komitees ist jeder dritte Gefangene im Lager verstorben. Die Häftlinge starben aufgrund der Haftbedingungen an den Folgen von Hunger und Krankheiten. Augenzeugenberichten zufolge sollen die Toten am „Karnickelberg“ vergraben worden sein. Bei Suchgrabungen nach der politischen Wende wurden 1992 nur die Skelettteile von 247 Toten in der näheren Umgebung des Lagers aufgefunden. Einer Theorie zufolge lag der „Karnickelberg“ im heute vom Stausee überfluteten Gebiet. In sowjetische Zwangsarbeitslager sind mindestens 4.000 Bautzener Häftlinge deportiert worden.Während dieser Zeit waren in den Bautzener Gefängnissen zahlreiche Regime-Gegner, zum Beispiel die Schriftsteller Walter Kempowski und Erich Loest, inhaftiert. Im Jahre 1992 wurde Bautzen II geschlossen. Heute dient der ehemalige „Stasi-Knast“ als Gedenkstätte. Nach dem Krieg entwickelte sich Bautzen in der DDR zu einer Wissenschafts- und Industriestadt. Hier waren unter anderem die Großbetriebe „Waggonbau Bautzen“ (heute Bombardier Transportation), das Schneidmaschinenwerk „Perfecta“, ein Fernmeldewerk, ein Baustoffkombinat, eine Fachhochschule für Maschinenbau, ein Lehrerbildungsinstitut und eine Außenstelle der Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt. 1979 wanderte der katholische Bischofssitz nach Dresden ab. Am 1. September 2002 feierte Bautzen mit einem Festumzug seine Ersterwähnung vor tausend Jahren.

Name der Stadt: Erstmals wurde Bautzen im Jahre 1002 als civitas Budusin erwähnt. Es gibt mehrere Deutungen dieses Namens. Einige Wissenschaftler gehen von der Bezeichnung „Bud“, „Bod“ oder „Budetzsch“ für „Grenzort“ aus. Eine andere verbreitete Variante besagt, dass die Siedlung nach dem slawischen Fürsten Budissentius (bzw. Budestaus) benannt wurde, der sie im 9. Jahrhundert gegründet haben soll. Der Name könnte jedoch auch vom weiblichen Personennamen Budiša (für „die Weckerin“) oder von „Budy“ („Hüttensiedlung“) abgeleitet sein. Eine Bautzener Sage berichtet hingegen, dass an der Stelle, wo heute Bautzen liegt, eine reisende schwangere Herzogin haltgemacht habe und überraschend ihr Kind zur Welt brachte. Der herbeieilende Gatte soll dann gefragt haben: "Bude syn?" ("Ist's ein Sohn?)[3]. Bis hinein ins 15. Jahrhundert sind in schriftlichen Dokumenten fast ausschließlich folgende Varianten der alten Bezeichnung Budissin zu finden: Bawdysen, Baudyssen, Paudescheyn, Baudissyn, Budessen, Baudissin, Bauwdiczen, Buditcynn und Bawdycyn. Noch heute lebt dieser Name in den sorbischen (Budyšin/Budyšyn), tschechischen (Budyšín) und polnischen (Budziszyn Aussprache ?/i) Namen für Bautzen weiter. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden häufiger germanisierte Varianten verwendet, so namentlich Bucen (1450), Boytzen (1512), Pautzen (1519) und 1523 erstmals Bautzen. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die so entstandenen Namen Budissin und Bautzen gleichberechtigt und willkürlich verwendet. Am 3. Juni 1868 wurde der Name der Stadt durch eine Sächsische Ministerialverordnung in Bautzen geändert. Der Name Bautzen wurde zu Ehren der Stadt auch einem Asteroiden gegeben.

Kirchen

Unter den gläubigen Bewohnern der Stadt sind überwiegend Protestanten, wobei die sorbischen Bürger der Stadt mehrheitlich katholisch sind. Ein Drittel der Bevölkerung ist ohne Konfession. In der Stadt findet sich die größte evangelische Gemeinde Sachsens – die Kirchgemeinde St. Petri. Aus ihr ging die Gemeinde Bautzen-Gesundbrunnen hervor, die 1994 als selbständige evangelische Kirchgemeinde in Bautzen etabliert wurde. Auch die katholische Gemeinde St. Petri gehört zu den größten des Bistums Dresden-Meißen. Beide Gemeinden teilen sich den Petridom, der die älteste und eine der größten Simultankirchen Deutschlands ist. Von den insgesamt sieben Kirchen im historischen Stadtgebiet werden noch fünf für den Gottesdienst genutzt (Dom, Michaeliskirche, Maria- und Martha-Kirche, Taucherkirche, Liebfrauenkirche), zwei sind Ruinen (Mönchskirche und Nicolaikirche). Des Weiteren gibt es noch die kleine Klosterkirche „St. Clara“ der Klarissen (mit einem modern durch Friedrich Press gestalteten Innenraum), eine Anstaltskirche in Bautzen I, ein auch als Kirche genutztes Gemeindezentrum mit Glockenturm im Gesundbrunnen, zwei Kapellen und kleinere Kirchengebäude in einigen Ortsteilen, zum Beispiel in Kleinwelka.

Kultur

Museen:Stadtmuseum Bautzen
Das Sorbische Museum Bautzen (Serbski muzej Budyšin) befindet sich im Salzhaus auf der Ortenburg. Die Ausstellungen des Museums informieren über Herkunft, Sprache, Kunst und Literatur, Lebensweise und Brauchtum der Sorben.
Domschatzkammer St. Petri
Alte Wasserkunst
Gedenkstätte Bautzen

Bauwerke

Die Bautzener Altstadt wird oft als „sehenswert“ beschrieben. Die stadtunabhängige KES Kommunalentwicklung Sachsen GmbH (Regionalstelle Leipzig) beschreibt Bautzen in ihrer Ausarbeitung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Bautzen (INSEK) vom Februar 2002 als eine Stadt, die aufgrund des Wechselspiels von binationaler Kultur und „eindrucksvoller Stadtsilhouette“ ein überdurchschnittliches Potential für den Städtetourismus besitzt und „bedeutende Baudenkmale“ aufweist.

Über der Stadt thront die heute vom Sächsischen Oberwaltungsgericht genutzte Ortenburg, deren weiße Renaissancegiebel besonders auffallen. Im Hof der Ortenburg finden sich in verschiedenen Nebengebäuden auch das Sorbische Museum und das Puppenspieltheater mit dem hier aufgestellten Rietschelgiebel. Auch das mit einem filigranen Schornstein aus der Renaissance versehene Scharfrichterhaus an der nördlichen Stadtmauer wird von Architekturkennern oft besonders hervorgehoben.

An der südwestlichen Ecke der Altstadt befindet sich, von der Friedensbrücke gut einsehbar, das markanteste Ensemble der Stadt, bestehend aus Alter Wasserkunst und Michaeliskirche. Der bedeutendste kirchliche Bau der Stadt ist jedoch der Petridom, der die Besonderheit besitzt, als Simultankirche sowohl von Katholiken als auch Lutheranern genutzt zu werden. In der Kirche werden die beiden Konfessionen nur durch ein Gitter getrennt.

Südlich des Domes befindet sich das barocke Rathaus der Stadt, vom Hauptmarkt aus kann man die verschiedenen Uhren des Rathausturmes sehen. Um den Hauptmarkt herum befindet sich das bedeutendste Barockensemble der Stadt mit verschiedenen gut erhaltenen Bürgerhäusern. Die an der westlichen Seite der Lauenstraße – zwischen Lauenturm und Rathaus – befindlichen Bürgerhäuser gelten als besonders bemerkenswert und finden sich in ähnlicher Pracht und Größe in Sachsen wohl nur noch in Leipzig wieder. Die Neue Wasserkunst befindet sich südlich des Stadtkerns. Aufgrund seiner Burganlage und des markanten Stadtpanoramas wird Bautzen schon seit dem 19. Jahrhundert auch als „sächsisches Nürnberg“ bezeichnet.

Bautzen wird auch als „Stadt der Türme“ bezeichnet. Einer der bekanntesten Türme der Stadt ist der Reichenturm, der auch als „Schiefer Turm von Bautzen“ bezeichnet wird. Östlich der Altstadt liegen die im Inneren in reinem protestantischen Stil ausgeführte Taucherkirche und der Taucherfriedhof mit seiner barocken, nördlich der Alpen selten anzutreffenden Gruftstraße. Der Taucherfriedhof ist nach einem Wald bei Uhyst am Taucher benannt. Weiter südlich liegt in einem Villenviertel die 1903 von Alvin Anger für den Großindustriellen Eduard Weigang erbaute „Villa Weigang“ mit Jugendstilfassaden und einer in verschiedenen Stilen des Historismus gehaltenen Innendekoration. Nahe der Villa liegt das ebenfalls im Jugendstil gehaltenes Justizgebäude in der Lessingstraße, in dem Amtsgericht, Landgericht und Staatsanwaltschaft untergebracht sind. Im hinteren Trakt des Gebäudes wurde die Gedenkstätte für Menschenrechte eingerichtet, die an das dort früher unterhaltene Gefängnis Bautzen II erinnert.

Parks

Entlang des ehemaligen Stadtwalles, der die Innenstadt von den östlichen und südlichen Stadtteilen trennte, befindet sich heute mit den „Wallanlagen“ ein ausgedehnter Park mit Gehölzen aus den verschiedensten Erdteilen. Im Südosten der Stadt befindet sich der Bautzener Naturpark.

Freizeitparks

5 km vom historischen Stadtzentrum Bautzens entfernt befindet sich der Ortsteil Kleinwelka. Dort liegen Deutschlands größter Irrgarten mit Abenteuer- und Rätsellabyrinth, der Saurierpark und Sauriergarten und der Miniaturenpark Kleinwelka mit dem Klein-Ossi-Land. Der Saurierpark bietet auch ein Saurierkino, eine Ausgrabungsstätte und einen Planetenspielplatz. Entstanden ist der Park durch den Großwelkener Franz Gruß, der 1978 im hauseigenen Garten in Großwelka begonnen hatte, Saurier und Menschenaffen zu modellieren. Ab 1981 gestaltete Gruß auch den gemeindeeigenen Saurierpark, der seit 1994 durch Thomas Stern erweitert wurde. Seit der Gründung hatte der Park rund fünf Millionen Besucher.

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Frühjahr findet regelmäßig das Straßenfest „Bautzener Frühling“ statt. Überregionale Bedeutung hat auch das traditionelle Ostereierschieben zum Osterfest auf dem am westlichen Stadtrand gelegenen Protschenberg. Es ist das größte Kinderfest in der Region, welches mittlerweile überregionale Anziehungskraft besitzt. Bautzen ist einer der Ausgangspunkte für das Osterreiten. Der Bautzener Weihnachtsmarkt zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Sehr beliebt sind auch die Freiluftvorstellungen des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters im Sommer, die meistens auf dem Hof der Ortenburg stattfinden. Seit 1993 findet alljährlich im September der „Internationale Bautzener Stadtlauf“ statt, welcher die größte Laufveranstaltung der Oberlausitz darstellt.

Kulinarische Spezialitäten

Berühmt ist der Bautzner Senf. Im Bautzener Senfladen gibt es eine große Auswahl verschiedener Sorten Bautz’ner Senf und anderer Produkte, wie Bautzener Biere, die als Mitbringsel gedacht sind. In verschiedenen Restaurants kann man typische sorbische Gerichte ausprobieren. Zur Zeit der Vogelhochzeit am 25. Januar gibt es wie in weiten Bereichen der Lausitz verschiedene Spezialgebäcke, zum Beispiel in Form von Nestern und Vögeln. Gerichte wie „Deichelmauke“ werden in vielen alten Bautzener Familien noch regelmäßig zubereitet, obwohl dieses Gericht eher für den südlichen Landkreis Bautzen, zum Beispiel in Schirgiswalde typisch ist.

Verkehr

Bautzen verfügt über eine Anbindung an die Bundesautobahn 4 Dresden–Görlitz (über die Anschlussstellen Bautzen-Ost und Bautzen-West sowie Salzenforst). Die Bundesstraße 6 von Dresden nach Görlitz durchquert das Stadtgebiet von Westen nach Osten und verläuft dabei auch durch das Stadtzentrum und über die Friedensbrücke, wodurch es besonders am Nachmittag zu Staus kommt. Die B 96 von Zittau nach Berlin verläuft vom Süden der Stadt durch die Innenstadt und über die Friedensbrücke, bevor sie das Stadtgebiet im Nordwesten verlässt. Die B 156 von Weißwasser umgeht seit 2003 das Stadtgebiet auf einer neu gebauten Trasse. Der Autobahnzugang für das nördliche Kreisgebiet und Hoyerswerda wird seit 2006 ebenfalls durch eine Zubringertrasse verbessert. Um die Stadt vom Verkehr zu entlasten und die Fahrtzeiten von Dresden in das Oberlausitzer Oberland zu verkürzen, werden in den nächsten Jahren zwei Umgehungsprojekte umgesetzt. Dabei handelt es sich um die Westtangente, welche die B 6 sowie die B 96 an der Innenstadt und der Friedensbrücke vorbeileiten soll, bei der Bevölkerung jedoch aufgrund ihres geplanten Verlaufs stark umstritten ist. Die Südumfahrung soll künftig vor allem die Nord-Süd-Verbindung im Landkreis und die Anbindung des Oberlandes an die A 4 verbessern. Der Bahnhof Bautzen wurde 1846 eröffnet. Er ist Haltepunkt in den Netzen der Deutschen Bahn und der Lausitzbahn. Es bestehen direkte Bahnverbindungen mit modernen Zügen der Regionalbahn und durch Regionalexpresse auf der Strecke Dresden–Görlitz. Die durchgängigen Verbindungen nach Berlin bzw. Cottbus (über Hoyerswerda), Zittau, Bad Schandau und Breslau wurden in den letzten Jahren stillgelegt; somit hat die Stadt ihren Status als Bahnknotenpunkt der Oberlausitz verloren. Bis in die 70er Jahre konnte man außerdem noch über Radibor und Baruth nach Weißenberg per Bahn gelangen. Bautzen besitzt zudem einen Flugplatz, der zirka 3 km östlich der Stadt liegt. Der nächste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Dresden.

Bautzen im Internet

www.bautzen.de
www.bautzenweb.de
www.bautzen.bz
www.wifotha.de/Fotoserien


Quelle: www.wikipedia.de Bilder: mit freundlicher Genehmigung der Stadt Bautzen. Alle Textinformationen unterliegen der GNU_Free_Documentation_License

 
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